Spiele-Studio
LucasArts
LucasArts war ein Spielestudio innerhalb des Imperiums von George Lucas, das in den neunziger Jahren zum Synonym für erstklassige grafische Adventures wurde. Während andere Studios jener Zeit auf Action oder Simulationen setzten, machte sich LucasArts einen Namen durch die Betonung von cleverem Humor, ausgefeilten Dialogen und einfallsreichen Rätseln – seine Adventures zählen bis heute zu den meistzitierten Beispielen des Genres. Das Studio profitierte zudem vom Zugang zur Marke Star Wars, die es in eine Reihe von Action- und Flugspielen umsetzte. Die Kombination aus eigenen Originalserien und einer starken Filmlizenz machte LucasArts zu einem der prägendsten Namen der Spieleindustrie der neunziger Jahre, und sein Erbe ist noch heute im Schaffen zahlreicher späterer Studios erkennbar, die das Adventure-Genre fortführten. LucasArts stellte somit über viele Jahre hinweg eine außergewöhnliche Kombination aus künstlerischer Freiheit der Autoren und dem technischen Rückhalt eines großen Medienkonzerns dar – ein Kunststück, das in der Spielebranche nur selten wiederholt werden konnte.
Geschichte
Das Studio entstand als Spielesparte der Produktionsfirma von George Lucas und profitierte von Anfang an von der Nähe zum Filmgeschäft ebenso wie vom technologischen Rückhalt des Unternehmens. Es spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der sogenannten Point-and-Click-Adventures – in der ersten Hälfte der neunziger Jahre veröffentlichte es eine Reihe von Titeln, die bis heute zu den Klassikern des Genres zählen: die Fortsetzungen von Monkey Island, Day of the Tentacle, Sam & Max Hit the Road oder Full Throttle. Diese Spiele zeichneten sich durch die Betonung von Erzählung, eigenwilligem Humor und Rätseln aus, die sich nicht wie bei konkurrierenden Adventures durch den zufälligen Tod der Spielfigur lösen ließen. Parallel dazu baute LucasArts die Star-Wars-Lizenz aus, unter der neben Adventures und Actiontiteln auch Flugsimulatoren und Shooter entstanden – darunter Star Wars: Dark Forces, das zu den erfolgreichen Antworten auf die von Doom inspirierte Spielewelle zählte. Gegen Ende der neunziger Jahre brachte das Studio das Adventure Grim Fandango heraus, das heute dank seines ungewöhnlichen Settings und visuellen Stils als einer der Höhepunkte des Genres gilt. Nach und nach schrumpfte jedoch der Markt für klassische Adventures, und LucasArts verlagerte seine Produktion zunehmend in Richtung Star-Wars-Actionspiele, etwa die Republic-Commando-Reihe. Neben Adventures und Star-Wars-Titeln veröffentlichte LucasArts während der gesamten neunziger Jahre auch zahlreiche erfolgreiche Strategie- und Simulationsspiele, was zeigte, dass sich das Studio nicht auf ein einziges Genre verließ, sondern ein breites Portfolio an Spielerfahrungen abdecken konnte. In den folgenden Jahren bestand die Marke LucasArts vor allem noch als Herausgeber und Produzent von Spielen externer Studios fort, bis das Unternehmen im Zuge der Umstrukturierung des Lucasfilm-Imperiums unter Disney als Entwicklungsstudio aufhörte zu existieren.
Schlüsselfiguren
Konkrete Namen von Entwicklern und leitenden Personen nennen wir bewusst nicht, da wir uns dabei auf eine unsichere Erinnerung verlassen müssten – Tatsache bleibt jedoch, dass LucasArts dafür bekannt war, dass seine Adventures von einer starken autorenhaften Handschrift der jeweiligen Kreativteams geprägt waren, was Spielen wie Monkey Island oder Grim Fandango eine markante und wiedererkennbare Handschrift verlieh. Gerade diese Betonung der eigenständigen Drehbuch- und Design-Handschrift der einzelnen Teams ist bis heute der Hauptgrund, warum Spieler und Kritiker immer wieder zu den klassischen Adventures von LucasArts zurückkehren.
Heute
Als eigenständiges Entwicklungsstudio existiert LucasArts heute nicht mehr – nach dem Übergang von Lucasfilm zu Disney wurde der Entwicklungsbereich eingestellt, und die Marke Star Wars wanderte zu anderen Verlagen und Studios. Das Erbe von LucasArts lebt jedoch weiter, in Form von Remastern und Remakes seiner klassischen Adventures sowie als Inspiration, aus der Schöpfer narrativer Spiele bis heute schöpfen. Die Marke LucasArts selbst bleibt zudem Eigentum des Star-Wars-Konzerns, sodass sie gelegentlich zumindest als Verlagslogo bei Neuauflagen älterer Titel auftaucht, wenn auch ohne ein eigenes Entwicklerteam, wie es die neunziger Jahre einst berühmt machte.
Spiele des Studios (31)
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Day of the Tentacle · 1993
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Sam & Max Hit the Road · 1993
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Star Wars: Rebel Assault · 1993
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The Secret of Monkey Island · 1993
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Zombies Ate My Neighbors · 1993
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Full Throttle · 1995
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Star Wars: Dark Forces · 1995
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Star Wars: Rebel Assault II · 1996
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The Curse of Monkey Island · 1997
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Grim Fandango · 1998
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Star Wars Episode I: Racer · 1999
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Escape from Monkey Island · 2000
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Star Wars: Obi-Wan · 2001
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Star Wars: Starfighter · 2001
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Star Wars: Bounty Hunter · 2002
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Star Wars: Republic Commando · 2005
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