DOOM
DOOM ist ein Port des legendären FPS aus dem Jahr 1993, der die Prinzipien des Schießens durch pseudo-3D-Gänge auf den Game Boy Advance brachte – auf Hardware ganz ohne 3D-Beschleuniger. Der Spieler kämpft sich erneut durch Marsbasen und höllische Dimensionen voller Dämonen, sammelt Waffen von der Pistole über die Schrotflinte bis zur Plasmakanone und sucht nach Schlüsselkarten, die den Weg weiter öffnen. Die Steuerung wurde für ein Handheld ohne Maus komplett überarbeitet – Zielen und Bewegung übernehmen das Steuerkreuz und die Tasten, was auf Kosten der Flüssigkeit geht, doch das Grundprinzip des Spiels bleibt auf den ersten Blick erkennbar, und die grundlegende Spielschleife aus Vorankommen, Schießen und Schlüsselsuche blieb unangetastet.
Technisch gesehen ist es eine bemerkenswerte Leistung: Die Raycasting-Engine, die auf dem PC ordentliche Rechenleistung verlangte, wurde verkleinert und so angepasst, dass sie auf einem batteriebetriebenen Handheld lief – allerdings um den Preis geringerer Auflösung, vereinfachter Texturen und einer begrenzten Anzahl gleichzeitig sichtbarer Gegner. Die Level basieren auf den ursprünglichen Episoden, und dank der Klanggestaltung und des bedrückenden Tempos bleibt die Atmosphäre der dunklen Basen und höllischen Level auch in dieser reduzierten Form recht gut erhalten. Für das Erscheinungsjahr war es eine klare Demonstration, wie weit sich die Portabilität der id-Software-Engines treiben ließ, und viele Spieler glaubten damals überhaupt nicht, dass so etwas auf dem GBA laufen könnte.
Die zeitgenössischen Reaktionen waren zwiespältig – Kritiker lobten den technischen Mut und die Treue zum Grundkonzept, wiesen aber auch auf die eingeschränkte Steuerung und die sichtbaren Kürzungen gegenüber der PC-Version hin. Aus heutiger Sicht ist GBA-DOOM eher als historische Kuriosität und Beweis für das technische Können der Entwickler interessant denn als idealer Weg, das Spiel zum ersten Mal zu erleben. Für Fans der Serie und Sammler von Ports bleibt es aber weiterhin ein faszinierendes Stück Spielgeschichte auf tragbarer Hardware und eine Erinnerung an eine Ära, in der Engines auf Maschinen portiert wurden, für die sie nie entworfen worden waren.
Spiel 127 von 170 für Game Boy Advance
Derselbe Titel woanders (1)
Die PC/DOS-Fassung ist das Original und gilt bis heute als die maßgebliche Version — sie lief in höherer Auflösung, unterstützte Maus und Tastatur und bot Musik über Soundkarten wie die Sound Blaster oder AdLib. Die Atari-Jaguar-Umsetzung wurde aus einem anderen Grund bekannt: Unter Zeitdruck strichen die Entwickler die Musik komplett, man spielt also fast in Stille nur mit Soundeffekten, obwohl Tempo und Flüssigkeit der Action damals als bemerkenswert gut für eine Konsole gelobt wurden. Die SEGA-32X-Version schnitt am schlechtesten ab: Die Level mussten gegenüber dem Original gekürzt und neu zusammengesetzt werden, Auflösung und Bildrate waren niedriger, und die dünne Musik zusammen mit dem trägeren Tempo machen sie bis heute zur schwächsten und am wenigsten empfehlenswerten Doom-Fassung.
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