R-Type III: The Third Lightning
R-Type III: The Third Lightning ist ein horizontaler Shmup, der auf dem Game Boy Advance als überarbeiteter Port des ursprünglich für das Super Nintendo veröffentlichten Spiels erschien. Der Spieler steuert das Jagdflugzeug R-9, an das sich das ikonische schwebende Force-Modul andockt – dieses lässt sich nach vorne abschießen, zurückziehen oder als Rammstoß gegen Feinde einsetzen, was aus bloßem Ausweichen ein durchdachtes taktisches Spiel mit Masse und Feuerkraft macht. Die aufladbare Hauptwaffe, sammelbare Power-ups, die den Schusstyp verändern, und organisch wirkende Level voller biomechanischer Monster bleiben dem Geist der Irem-Serie treu, die das Genre bereits Ende der Achtzigerjahre definierte und sich gerade durch den Fokus auf langsames, durchdachtes Manövrieren statt hektisches Ausweichen einen Namen machte.
Auf dem Handheld meistert das Spiel überraschend gut flüssige Hintergrundverschiebungen, Sprite-Schichtungen sowie große Bosse, die fast den gesamten Bildschirm einnehmen, was für die damalige GBA-Hardware eine ordentliche technische Leistung war. Die Musik hält den elektronischen, atmosphärischen Ton, der für die Serie typisch ist, und erzeugt zusammen mit dem dichten feindlichen Beschuss einen Druck, der die Spieler zwingt, sich Angriffsmuster einzuprägen – der klassische „Trial-and-Error"-Ansatz, den Shmups der Neunzigerjahre verlangten. Die kurze Spielzeit wird teilweise durch den hohen Schwierigkeitsgrad und die begrenzte Anzahl an Continues ausgeglichen, sodass das Durchspielen in einem Zug selbst eine Herausforderung darstellt und der Spieler jeden Abschnitt auswendig lernen muss, ähnlich wie an einem Arcade-Automaten.
Zeitgenössische Kritiken lobten vor allem die Werktreue und die Qualität des Handheld-Ports, wo die Konkurrenz durch hochwertige Shmups nicht besonders groß war. Für Genre-Fans war es einer der wenigen Titel auf dem GBA, der einen wirklich ausgefeilten, schwerfällig-präzisen Kampf gegen Feindmuster bot statt eines vereinfachten Arcade-Spiels, und sein Einfluss zeigt sich auch in späteren Teilen der Serie, die die Mechanik des Force-Moduls weiterentwickelten. Auch heute funktioniert das Spiel als kompaktes, intensives Erlebnis für kurze Spielsitzungen und erinnert daran, wie anspruchsvoll und lohnend das klassische japanische Shoot-'em-up-Genre vor dem Aufstieg des Bullet-Hell-Stils sein konnte.
Spiel 126 von 170 für Game Boy Advance