Donkey Kong Country 1–3 – boxart
SNESSuper Nintendo

Donkey Kong Country 1–3

Platformer 1994–1996 Rare Donkey Kong ⏱ Mittel · ca. 4–10 h
Donkey Kong Country 1–3 – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel

Vorgerenderte Grafik verblüffte die Welt; hervorragende Jump'n'Runs.

Als Rare Nintendo 1994 die ersten Aufnahmen von Donkey Kong Country zeigte, soll ihnen der Sage nach zunächst niemand geglaubt haben, dass eine solche Grafik tatsächlich auf dem SNES lief. Und das ist kein Wunder. Das britische Studio griff zu den damals horrend teuren Silicon-Graphics-Workstations und modellierte seine Figuren und Umgebungen in 3D, die es dann zu 2D-Sprites vorrenderte. Das Ergebnis war ein Look, den auf einer 16-Bit-Konsole niemand erwartet hatte — plastisch, glänzend, beinahe greifbar. Für das alternde SNES war es eine Waffe, die ihm half, mit der aufkommenden 32-Bit-Konkurrenz Schritt zu halten.

Doch Donkey Kong Country war nie nur eine technische Fingerübung. Unter der spektakulären Schale verbarg sich ein erstklassiges Jump'n'Run. Man spielt als Donkey und den flinken Diddy Kong, zwischen denen man im Lauf umschaltet, fährt Loren, lässt sich aus Fässern abschießen, schwimmt durch Unterwasserhöhlen und verlässt sich auf tierische Gefährten wie das Nashorn Rambi oder die Straußendame Expresso. Der zweite und dritte Teil verfeinerten die Formel weiter — der piratenthematische zweite Teil mit dem Duo Diddy und Dixie ist für viele Spieler schlechthin der Höhepunkt der gesamten Trilogie.

Allein der erste Teil verkaufte sich über neun Millionen Mal, was ihn zu einem der erfolgreichsten Titel der gesamten SNES-Ära machte. Die Serie half, Rare als eines der besten Studios der 1990er zu zementieren, und verschaffte dem Affenhelden ein eigenständiges popkulturelles Dasein weit außerhalb von Marios Herde.

Ein untrennbarer Teil des Zaubers ist die Musik von David Wise. Seine atmosphärischen Kompositionen — hypnotische Unterwassermotive oder melancholische Schneepassagen wie die legendäre „Stickerbush Symphony“ aus dem zweiten Teil — zählen zu den meistgefeierten Soundtracks der 16-Bit-Ära und tauchen bis heute in Bestenlisten der besten Spielemusik überhaupt auf.

Die Trilogie erhielt nach und nach Portierungen auf den Game Boy Advance sowie Neuveröffentlichungen über virtuelle Shops, und ihr Erbe wurde später vom Studio Retro Studios in der Serie Donkey Kong Country Returns weiterentwickelt. Die Originale aus den 1990ern bleiben aber der Maßstab dafür, wie grandios ein klassisches Jump'n'Run aussehen und sich spielen kann.

Warum spielen: Wegen einer Grafik, die 1994 die ganze Welt verblüffte, und wegen dreier wunderbar abgestimmter Jump'n'Runs mit einem der besten Spiele-Soundtracks überhaupt.

Spiel 6 von 154 für Super Nintendo

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