Doom
Nach Jahren des Experimentierens mit langsameren, deckungsbasierten Shootern kehrte id Software mit Doom zum schnellen, brutalen Kern seines ursprünglichen Meisterwerks von 1993 zurück. Der Doom Marine erwacht auf dem Mars inmitten einer durch den Abbau von Argent-Energie ausgelösten Dämoneninvasion, und seine einzige Antwort ist unaufhaltsamer Vorwärtsdrang.
Das Spiel bestraft aktiv passives Verstecken hinter Deckungen und belohnt aggressives Vorgehen durch die Glory-Kills-Mechanik, bei der brutale Gnadenstöße gegen geschwächte Gegner Gesundheit und Munition auffüllen - Medikits werden praktisch nicht aufgesammelt, sondern durch Angriff verdient, sodass der einzige Weg zu überleben darin besteht, sich in das dichteste Gedränge zu stürzen. Bewegungsgeschwindigkeit, Doppelsprung und flüssiges Wechseln zwischen einem Arsenal von der Schrotflinte bis zur legendären Kettensäge erzeugen ein Gefühl unaufhaltsamer Stärke, das dem Genre seit Jahren gefehlt hatte; die Arenen sind als offene, kreisförmige Räume mit erhöhten Ebenen gestaltet, in denen Gegner von allen Seiten heranrücken und der Spieler an den Rändern kreist. Die Level verstecken dabei geheime Kammern und Anspielungen auf klassische Karten aus den Neunzigern, was gründliches Erkunden belohnt.
Mick Gordons Metal-Soundtrack mit aggressiven Synthesizer-Riffs wurde zu einem untrennbaren Teil der Spielidentität und reagiert unmittelbar auf die Intensität der Kämpfe. Die Mehrspieler- und Koop-Modi stießen bei der Kritik auf geringeren Anklang als die Kampagne selbst, dafür ermöglichte der SnapMap-Editor der Community, eigene Level und Spielmodi zu erstellen. Kritik und Spieler lobten die Rückkehr zum reinen, adrenalingeladenen Ballern als erfrischenden Kontrast zu den langsameren, erzähllastigeren Shootern jener Zeit, und das Spiel wurde zu einem der erfolgreichsten Marken-Neustarts überhaupt, der den Weg für die noch extremere Fortsetzung Doom Eternal ebnete. Mit diesem Titel bewies das Studio nach Jahren der Experimente wie dem umstrittenen Doom 3, dass es genau verstand, was das Original so unvergesslich machte.
Spiel 29 von 278 für Sony PlayStation 4
Derselbe Titel woanders (3)
Die PC/DOS-Fassung ist das Original und gilt bis heute als die maßgebliche Version — sie lief in höherer Auflösung, unterstützte Maus und Tastatur und bot Musik über Soundkarten wie die Sound Blaster oder AdLib. Die Atari-Jaguar-Umsetzung wurde aus einem anderen Grund bekannt: Unter Zeitdruck strichen die Entwickler die Musik komplett, man spielt also fast in Stille nur mit Soundeffekten, obwohl Tempo und Flüssigkeit der Action damals als bemerkenswert gut für eine Konsole gelobt wurden. Die SEGA-32X-Version schnitt am schlechtesten ab: Die Level mussten gegenüber dem Original gekürzt und neu zusammengesetzt werden, Auflösung und Bildrate waren niedriger, und die dünne Musik zusammen mit dem trägeren Tempo machen sie bis heute zur schwächsten und am wenigsten empfehlenswerten Doom-Fassung.