DOOM
Das 2016er-Reboot der legendären Reihe DOOM kam zwei Jahre später als Portierung des Studios Panic Button auf die Switch, das sich auf die Übertragung anspruchsvoller Titel auf Nintendo-Hardware spezialisiert hat, und behielt trotz spürbarer grafischer Abstriche das brutale Tempo und die grimmige Bewegungsfreude, mit der das Original das gesamte FPS-Genre neu belebte. Das Spiel versetzt die Spieler zurück in die Rolle des wortkargen Doom Slayer, der auf der Mars-Basis der UAC erwacht, die von Dämonen aus der Hölle überflutet wird, nachdem Experimente mit Argent-Energie ein Tor zu höllischen Dimensionen auf der Erde geöffnet haben.
Anders als beim damals populären Trend aus Deckung heraus langsam zu schießen, setzt DOOM auf ständige aggressive Vorwärtsbewegung - das sogenannte Glory-Kill-System belohnt das Herangehen an einen beschädigten Gegner mit einer brutalen, aber gesundheitsauffüllenden Finisher-Animation, was den Spieler zwingt, ständig anzugreifen, statt sich hinter Ecken zu verstecken. Die Kettensäge ergänzt die Munition, von verbrannten Gegnern fällt Rüstung, und so entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem Rückzug bestraft und Angriff belohnt wird. Ein Arsenal an Waffen von der Schrotflinte über das Plasmagewehr bis zur legendären BFG erlaubt es, jede Situation anders zu lösen, und das schnelle Umschalten zwischen ihnen im laufenden Kampf ist der Schlüssel zum Überleben in einer Arena voller Dämonen. Die Arenen selbst sind vertikal aufgebaut, mit Plattformen, Sprüngen und Abkürzungen, die bewusst auf das Leveldesign der Vorgänger aus den Neunzigern anspielen. Das Spiel enthält zudem Mehrspielergefechte und den Editor SnapMap zur Erstellung eigener Karten.
Die Atmosphäre wird von einem industriellen Metal-Soundtrack zusammengehalten, dessen Gitarrenriffs genau dann einsetzen, wenn sich eine Arena schließt, ergänzt durch eine stilisierte Mischung aus Science-Fiction-Technologie und höllischer Bildsprache. Aufgrund extremer Gewalt, Blut und beängstigender Bildsprache richtet sich DOOM eindeutig an erwachsene Spieler. Die Übertragung eines derart anspruchsvollen Actionspiels auf eine tragbare Konsole war eine technische Überraschung - Auflösung und Detailgrad sanken zwar, doch die für schnelle Action nötige Flüssigkeit blieb erhalten - und festigte den Ruf von Panic Button als Meister der Portierungen.
Spiel 38 von 188 für Nintendo Switch
Derselbe Titel woanders (3)
Die PC/DOS-Fassung ist das Original und gilt bis heute als die maßgebliche Version — sie lief in höherer Auflösung, unterstützte Maus und Tastatur und bot Musik über Soundkarten wie die Sound Blaster oder AdLib. Die Atari-Jaguar-Umsetzung wurde aus einem anderen Grund bekannt: Unter Zeitdruck strichen die Entwickler die Musik komplett, man spielt also fast in Stille nur mit Soundeffekten, obwohl Tempo und Flüssigkeit der Action damals als bemerkenswert gut für eine Konsole gelobt wurden. Die SEGA-32X-Version schnitt am schlechtesten ab: Die Level mussten gegenüber dem Original gekürzt und neu zusammengesetzt werden, Auflösung und Bildrate waren niedriger, und die dünne Musik zusammen mit dem trägeren Tempo machen sie bis heute zur schwächsten und am wenigsten empfehlenswerten Doom-Fassung.