Ultima V: Warriors of Destiny – boxart
DOSPC / DOS (XT až 486)

Ultima V: Warriors of Destiny

RPG 1988 Origin Systems Ultima ⏱ Sehr lang · 30+ Std. ⭐ Must-play
Ultima V: Warriors of Destiny – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Ultima V: Warriors of Destiny – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Ein düsteres Ultima: Der wahre Schurke ist hier eine tyrannische Ideologie, kein Monster.

Ultima V: Warriors of Destiny rückte die Serie hin zu einer deutlich düstereren und moralisch komplexeren Erzählung. Britannia wird diesmal nicht von einem magischen Monster bedroht, sondern von einer Ideologie - einem tyrannischen Orden namens Fellowship, der unter Parolen von Harmonie und Erleuchtung die Bevölkerung faktisch unterdrückt und Lord British selbst gefangen hält. Als Avatar muss der Spieler in eine Welt zurückkehren, die scheinbar aufblüht, in Wirklichkeit aber unter einer unauffälligen Diktatur leidet, und lernen, Wahrheit von Propaganda zu unterscheiden. Das Spiel erweiterte das Tugendsystem des Vorgängers um ein tieferes ethisches Dilemma und bot erstmals einen Tag-Nacht-Zyklus, der das Verhalten der Figuren und die Öffnungszeiten der Läden beeinflusste. Der Spieler konnte zudem zu weniger heldenhaften Mitteln greifen, etwa Diebstahl oder List, was das Spiel näher an eine echte moralische Mehrdeutigkeit heranführte, als es RPG-Spieler jener Zeit gewohnt waren.

Technisch gehörte es zu den umfangreichsten und detailliertesten Welten, die DOS bis dahin gesehen hatte - mit ausgearbeiteten Innenräumen, einer vollen VGA-Farbpalette in den späteren Versionen und einer Musik, die dank Soundkarten-Unterstützung eine wirklich epische Atmosphäre erzeugte. Die Kritiker lobten vor allem die Tiefe der Geschichte und die Freiheit, mit der der Spieler Konflikte lösen konnte, von Diplomatie bis zur offenen Rebellion gegen die Fellowship. Ultima V wird bis heute als einer der Höhepunkte der gesamten Serie genannt und als Beispiel dafür, wie sich ein politisches und philosophisches Thema in ein Fantasy-RPG einbauen lässt, ohne konstruiert oder billig moralisierend zu wirken.

Auch mit jahrzehntelangem Abstand funktioniert das Spiel als bemerkenswert reifes Stück Erzählkunst, auch wenn die Steuerung über Textbefehle und das nötige manuelle Kartieren heute eine gehörige Portion Geduld erfordern. Für Fans des Genres bleibt es ein klarer Pflichttitel und ein zentraler Punkt in der Geschichte der Ultima-Saga, an den das ebenso geschätzte Ultima VI anknüpfte. Die Serie festigte damit ihren Ruf als Schöpferin von Spielen, die den Spieler nicht scheuen, über die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidungen nachzudenken, statt nur Erfahrung und bessere Ausrüstung zu sammeln.

Warum spielen: Für Fans des Genres ist dies ein klarer Pflichttitel und ein zentraler Punkt in der Geschichte der Ultima-Saga, auch wenn die Steuerung über Textbefehle und das manuelle Kartieren heute eine gehörige Portion Geduld erfordern.

Spiel 167 von 204 für PC / DOS (XT až 486)

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