Ultima: Runes of Virtue
Ultima: Runes of Virtue brachte Elemente der berühmten Computerspielreihe Ultima in Form eines Action-Rollenspiel-Abenteuers aus der Vogelperspektive auf den Game Boy, in dem der Spieler Dungeons durchquert, einfache Rätsel löst und in Echtzeit gegen Gegner kämpft. Das Spiel bewahrt die Thematik der Tugenden, auf der die Ultima-Reihe aufbaut, und der Spieler sammelt nach und nach Runen, die den einzelnen Tugenden entsprechen, was ihn in der Geschichte voranbringt und gleichzeitig neue Fähigkeiten sowie Zugang zu weiteren Teilen der Welt freischaltet. Der Spieler kehrt dabei immer wieder zur Frage zurück, wie sich die Stärke der Figur mit den moralischen Prinzipien in Einklang bringen lässt, auf denen die gesamte Ultima-Reihe beruht.
Anders als die klassischen Ultima-Teile handelt es sich um eine actionreichere, in ihrem Tempo an den Handheld angepasste Umsetzung – Kämpfe finden direkt in der Umgebung statt, ohne Wechsel zu einem separaten Kampfbildschirm, und das Spiel bietet auch einen Zweispielermodus über Verbindungskabel, bei dem der zweite Spieler eine andere Figur mit einem eigenen Satz an Fähigkeiten steuert. Die Grafik auf dem monochromen Display ist übersichtlich, die Dungeons sind durch sich wiederholende, aber erkennbare Kacheln optisch unterschieden, und die Musik unterstreicht eine düsterere Atmosphäre, als man vom Handheld gewöhnlich kannte, wobei sich die einzelnen Melodien je nach Umgebungstyp ändern, in dem sich der Spieler gerade befindet.
Für Fans der Ultima-Reihe war es ein ungewöhnliches, aber interessantes Experiment, eine philosophisch geprägte Rollenspielreihe in ein tragbares, actionreicheres Format zu übertragen, ohne den Gedanken der Tugenden als Kern des Gameplays völlig aufzugeben. Das Spiel dient bis heute als Erinnerung daran, wie unterschiedlich Entwickler bei der Anpassung von Computer-Rollenspielen an den Game Boy vorgingen. Auch heute schätzen Spieler die dichte Dungeon-Atmosphäre und den Umstand, dass das Spiel trotz seines geringeren Umfangs gegenüber den Computervorlagen, an die es lose anknüpft, eine solide Herausforderung bietet, wenn auch in deutlich vereinfachter, tragbarer Form, angepasst an das kleinere Display.
Warum spielen: Für Fans der Ultima-Reihe ist dies ein ungewöhnliches, aber interessantes Experiment mit dichter Dungeon-Atmosphäre, das ein philosophisch geprägtes Rollenspiel in ein actionreicheres, tragbares Format überträgt.
Spiel 76 von 147 für Nintendo Game Boy
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