Ultima V: Warriors of Destiny
Ultima V: Warriors of Destiny brachte auf den Amiga einen der bedeutendsten Teile der Ultima-Reihe von Origin Systems, in dem der Spieler als Avatar nach Britannia zurückkehrt, das nun vom tyrannischen Regenten Blackthorn beherrscht wird, der im Namen der acht Tugenden ein grausames Polizeiregime errichtet und den ursprünglichen König, Lord British, gefangen genommen hat. Das Spiel kombiniert eine weitläufige offene Welt, aufgeteilt in Oberfläche und ein Netz unterirdischer Höhlen, Dialoge mit Dutzenden Figuren, die auf vom Spieler eingegebene Stichworte reagieren, sowie taktische Kämpfe auf einem separaten Bildschirm mit sichtbarem Raster, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine ungewöhnlich komplexe Simulation einer funktionierenden Welt darstellte.
Auf dem Amiga profitierte das Spiel von farbenfroherer Grafik und einer besseren musikalischen Untermalung als die Achtbit-Versionen, wenngleich die grundlegende Steuerung über das Eintippen von Einbuchstaben-Befehlen und die Fortbewegung auf der Karte dem Original nahe blieb. Der Spieler konnte frei zwischen Städten reisen, sich Nebenhandwerken und in Büchern oder Gesprächen versteckten Rätseln widmen oder einfach nur beobachten, wie die Bewohner der Welt nach einem regelmäßigen Tageszyklus aus Schlaf, Arbeit und Ruhe ihr eigenes Leben führen – ein für die Erscheinungszeit ungewöhnlich ambitionierter Ansatz zur Simulation einer lebendigen Welt.
Ultima V wird oft zu den Höhepunkten der klassischen Rollenspiele der 1980er Jahre gezählt, gerade wegen der moralischen Grauzone seiner Geschichte, in der selbst ein scheinbar gerechtes Regime eine dunkle Seite zeigt, sowie wegen des Maßes an Freiheit, das es den Spielern im Vergleich zu geradlinigeren zeitgenössischen Spielen bot. Der Reihe und insbesondere diesem Teil wird oft ein Einfluss auf spätere Open-World-RPGs zugeschrieben, die eine ähnlich reaktive Welt mit eigenen Regeln und Konsequenzen für das Handeln des Spielers bieten wollten. Auf dem Amiga wurde es zu einem gesuchten Titel unter Genrefans, und bis heute kehren Spieler wie Genre-Historiker gleichermaßen zu ihm zurück, als Beispiel dafür, wie durchdacht und reaktiv eine Spielwelt schon lange vor dem Aufkommen moderner Grafik-Engines sein konnte.
Warum spielen: Wegen der moralischen Grauzone seiner Geschichte und des Maßes an Freiheit, das es gegenüber zeitgenössischen Spielen bot, bleibt Ultima V ein Beleg dafür, wie durchdacht und reaktiv eine Spielwelt bereits 1989 sein konnte.
Spiel 95 von 121 für Commodore Amiga
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