Soulcalibur II
Soulcalibur II aus dem Jahr 2003 von Namco zählt dank seines außergewöhnlich flüssigen achtrichtigen Kampfsystems, bei dem die Charaktere mit Schwertern, Speeren, Äxten oder Peitschen kämpfen und der Kampf sich nicht wie bei Street Fighter auf eine klassische 2D-Achse beschränkt, sondern den gesamten Raum der Arena für Ausweichmanöver und seitliche Bewegungen nutzt, zu den angesehensten Waffenkampfspielen überhaupt. Zur taktischen Tiefe trägt auch das Hinauswerfen des Gegners aus der Arena bei sowie die Verteidigungstechnik Guard Impact, mit der ein präzise getimter Block einen Angriff abwehren und sofort in einen Gegenangriff übergehen lässt. Die Grafik mit detaillierten Waffen- und Kostümtexturen sowie flüssigen Animationen gehörte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zum technisch Beeindruckendsten auf der PS2.
Entscheidend für den Erfolg waren die plattformexklusiven Gastkämpfer: Während die GameCube-Version Link bot und die Xbox-Version Spawn bot, enthielt die PlayStation-2-Version exklusiv Heihachi Mishima aus der Tekken-Reihe, wodurch Spieler erstmals Charaktere zweier legendärer Kampfspiel-Franchises gegeneinander antreten lassen konnten. Der umfangreiche Einzelspielermodus Weapon Master begleitete die Spieler durch eine Story-Kampagne mit Dutzenden freischaltbaren Waffen und Kostümen für jeden Charakter, was dem Spiel auch abseits von Duellen gegen einen zweiten Spieler Tiefe verlieh. Ein ausgewogenes Roster, ergänzt um Neulinge wie Talim, Cassandra oder Raphael, elegantes Tempo und Zugänglichkeit für Anfänger wie Fortgeschrittene machten Soulcalibur II zu einem der beliebtesten und von der Kritik am besten bewerteten Kampfspiele seiner Ära auf allen drei Plattformen, auf denen es erschien.
Eine Multiplattform-Veröffentlichung mit exklusiven Gastkämpfern war damals ein ungewöhnlicher Marketingschachzug, der bis heute als Beispiel für kluge Plattformdifferenzierung zitiert wird. Dadurch schrieb sich Soulcalibur II in die Geschichte des Genres ein als Spiel, an das sich sogar Spieler erinnern, die sonst keine Waffenkampfspiele verfolgen, und als Titel, zu dem die Turniergemeinschaft auch nach vielen Jahren noch zurückkehrt.
Spiel 31 von 269 für Sony PlayStation 2
Derselbe Titel woanders (3)
Spielerisch sind sich die drei Fassungen von 2003 fast identisch, sie unterscheiden sich aber in ihren Gastkämpfern und der technischen Umsetzung. GameCube bekam einen exklusiven Auftritt von Link aus The Legend of Zelda samt Bogen und Bumerang, Xbox fügte Spawn aus Todd McFarlanes Comic hinzu, und auf der PlayStation 2 trat Heihachi aus Tekken an — dadurch wird jede Version zu einem eigenen Sammlerstück. Technisch profitierte Xbox von der stärkeren Hardware und bot meist die schärfsten Texturen und die stabilste Bildrate, während die GameCube-Fassung bei Details etwas weicher wirkt, dank ihres hervorragenden Analog-Controllers aber trotzdem eine sehr gute Wahl bleibt. Die meisten Spieler greifen heute zu der Version mit ihrem liebsten Gastcharakter.