Castlevania: Symphony of the Night
Es gibt ein Spiel, nach dem ein ganzes Genre benannt wurde - und Castlevania: Symphony of the Night ist dessen zweite Hälfte. Der Begriff „Metroidvania“ ergäbe ohne diesen Titel aus dem Jahr 1997 keinen Sinn. Konami nahm hier eine langjährige Action-Reihe und verwandelte sie in ein weitläufiges, verwobenes Schloss voller Geheimgänge, Fähigkeiten und Schätze, das sich nach und nach freischaltet, während deine Macht wächst.
Statt eines linearen Fortschritts durch Level erhältst du ein einziges, riesiges, miteinander verbundenes Draculas Schloss zur freien Erkundung. Neue Fähigkeiten - die Verwandlung in eine Fledermaus, einen Wolf oder Nebel, ein Doppelsprung - öffnen dir zuvor unzugängliche Bereiche, sodass du ständig zurückkehrst und Neues entdeckst. Hinzu kamen RPG-Elemente: Erfahrung, Level, Ausrüstung und Dutzende von Waffen, die den Spielstil grundlegend verändern.
Du spielst als Alucard, Draculas Sohn, einen eleganten Vampir mit Katana und Magie. Das Spiel wurde berühmt für seine gotische Atmosphäre, die wunderschöne handgezeichnete 2D-Grafik und die Musik von Michiru Yamane, die bis heute zum Besten gehört, was der Spielesound geboten hat. Und dann ist da die berüchtigte Wendung zur Hälfte - der Moment, in dem du feststellst, dass du erst die Hälfte dessen gesehen hast, was das Spiel verbirgt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, als sich alles ins 3D drängte, wirkte das voll und ganz 2D-basierte Symphony of the Night fast wie ein Trotz. Kommerziell glänzte es zunächst nicht so, wie es verdient hätte, aber nach und nach erarbeitete es sich den Ruf eines Kultklassikers und eines der besten Titel der gesamten PlayStation-Ära.
Sein Einfluss ist unermesslich. Zusammen mit Super Metroid definierte es die Vorlage, nach der bis heute unzählige unabhängige wie große Spiele gebaut werden. Wenn du verstehen willst, woher die Hälfte der modernen Indie-Welt kam, führt der Weg genau hierher.
Warum spielen: Für das Gründungswerk eines ganzen Genres - gotische Atmosphäre, süchtig machende Erkundung und zeitlose 2D-Schönheit, die nicht gealtert ist.
Spiel 11 von 215 für Sony PlayStation
Derselbe Titel woanders (1)
Das Original von 1997 für die Sony PlayStation gilt bis heute als die Version, die man spielen sollte – sie läuft flüssig und ohne größere technische Schwächen. Ein Jahr später brachte Konami einen Port für den SEGA Saturn heraus, der zusätzliche Räume, neue Bosse und die spielbare Maria Renard mit eigenem Moveset einführte. Der Saturn kam jedoch mit den Transparenzeffekten und dem schnellen Scrolling schlechter zurecht: Das Spiel ruckelt spürbar, die Ladezeiten sind länger, und manche Bereiche wirken dunkler und weniger farbenfroh. Für den Bonusinhalt lohnt sich die Saturn-Version, wer aber das flüssigste Erlebnis will, greift zur PlayStation-Fassung.
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