Final Fantasy Legend III
Final Fantasy Legend III gehört zur SaGa-Reihe, die Square im Westen unter dem Namen Final Fantasy Legend verkaufte, und stellt auf dem Game Boy den letzten Teil dieser lose verbundenen Trilogie dar. Das Spiel bietet ein System mit mehreren spielbaren Charakteren und Welten, zwischen denen der Hauptheld über spezielle Tore reist, und verbindet klassische rundenbasierte Kämpfe mit einem unkonventionellen System des Charakterwachstums – Kämpfer werden nicht einfach durch das Sammeln von Erfahrung besser, sondern dadurch, welche Angriffsarten und Ausrüstung sie einsetzen beziehungsweise welche Form (Mensch, Monster oder Mecha) sie wählen. Die Gruppe lässt sich im Spielverlauf beliebig umstellen, und verschiedene Kombinationen von Charakteren und Formen eröffnen unterschiedliche taktische Möglichkeiten sowohl in Kämpfen als auch beim Durchqueren der einzelnen Welten.
Grafik und Sound sind auf dem monochromen Display sparsam, aber wirkungsvoll umgesetzt – die Kampfbildschirme sind übersichtlich, die Gegner-Sprites hinreichend abwechslungsreich, und die Musik zaubert selbst mit dem begrenzten Chip des Game Boy die melancholische Atmosphäre herbei, die für die SaGa-Reihe typisch ist. Das Tempo ist langsamer und anspruchsvoller als in der Hauptreihe Final Fantasy, was auf Spieler, die in den neunziger Jahren ein klassisches lineares JRPG erwarteten, ungewohnt gewirkt haben mag, doch gerade der unkonventionelle Ansatz bei der Charakterentwicklung und die offenere Weltstruktur machen das Spiel zu einem der ambitionierteren Rollenspiele auf dieser Plattform. Der Weg durch die einzelnen Welten verläuft zudem nicht streng linear, sodass der Spieler recht große Freiheit darin hat, in welche Richtung sich Geschichte und Charakterentwicklung bewegen.
Heute wird Final Fantasy Legend III vor allem unter Fans der SaGa-Reihe und Sammlern geschätzt, die ein weniger lineares Design und experimentelle Mechaniken suchen, wie sie in den Mainstream-JRPGs jener Zeit nur selten vorkamen. Für seine Zeit war es ein technisch wie konzeptionell anspruchsvolles Projekt, das zeigte, dass der Game Boy komplexere Rollenspielsysteme beherbergen konnte, als auf dem Handheld üblich waren, und das den Weg für spätere SaGa-Teile auf anderen Plattformen ebnete. Auch mit Jahrzehnten Abstand bleibt das Spiel interessant als Beweis für den Mut der Entwickler, mit den Regeln des Genres zu experimentieren, zu einer Zeit, als der Markt für tragbare Rollenspiele noch in den Anfängen steckte.
Warum spielen: Für Fans der SaGa-Reihe und Sammler, die nichtlineares Design und experimentelle Mechaniken suchen, ist dies ein mutiges Projekt, das bewiesen hat, dass der Game Boy komplexere Rollenspielsysteme tragen kann.
Spiel 70 von 147 für Nintendo Game Boy
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