Burnout 3: Takedown
Burnout 3: Takedown aus dem Jahr 2004 vom britischen Studio Criterion Games brachte das Arcade-Rennspiel zur absoluten Perfektion, indem es das gesamte Spiel um Risiko und Aggression statt vorsichtiges Fahren herum aufbaute. Der Boost-Balken füllt sich durch Fahren im Gegenverkehr, dichtes Driften an Gegnern vorbei und sogenannte Takedowns, also das gewaltsame Herausschleudern eines Gegners aus dem Rennen durch eine Kollision, wofür das Spiel mit zusätzlichem Boost und einer verlangsamten filmreifen Zerstörungseinstellung belohnt. Dieser Risiko-und-Belohnung-Kreislauf wurde sofort zum Markenzeichen und definierte das Arcade-Rennspiel-Genre für lange Zeit. Auch nach dem eigenen Crash steuert der Spieler das fliegende Wrack und kann versuchen, den nächstgelegenen Gegner mit sich zu reißen.
Legendär ist auch der eigenständige Crash-Modus, in dem der Spieler in belebte Kreuzungen hineinfährt, um eine möglichst große Kettenkollision auszulösen und maximalen finanziellen Schaden anzurichten, sodass aus einem Verkehrsunfall ein durchdachtes Puzzle wird. Ein blendendes Geschwindigkeitsgefühl, verstärkt durch Bewegungsunschärfe, überzeugender Crash-Sound und ein völliger Verzicht auf Bremsen, da das Spiel Vorsicht regelrecht bestraft, schufen ein auf der PS2 unvergleichliches Adrenalinerlebnis. Ein prall gefüllter lizenzierter Soundtrack und ein energiegeladener Radiomoderator vollenden den Eindruck, eher ein Musikvideo als ein Rennspiel zu erleben.
Criterion Games stellte damit den Konkurrenten Need for Speed endgültig in den Schatten, und Burnout 3 wird bis heute als Maßstab für Arcade-Rennspiele und als eines der unterhaltsamsten und bestbewerteten Rennspiele der gesamten Konsolengeneration angeführt. Das Spiel lief flüssig auf beiden damaligen Plattformen, PS2 und Xbox, und die Zerstörungsphysik-Effekte gehörten zu den technisch ambitioniertesten Elementen des Genres jener Zeit. Heute kehren Spieler gerade wegen der Reinheit der Idee zurück, denn es ist ein Rennspiel, das weder offene Welt noch Tuning braucht, um sofort Spaß zu machen. Der Erfolg von Burnout 3 beeinflusste unmittelbar die Ausrichtung der gesamten Reihe sowie konkurrierender Arcade-Rennspiele, und Criterion Games verdankte ihm später auch den Auftrag zur Entwicklung von Need for Speed: Most Wanted.
Spiel 29 von 269 für Sony PlayStation 2
Derselbe Titel woanders (1)
Beide Fassungen von 2004 laufen auf derselben Engine von Criterion Games und spielen sich fast identisch — gleiche Strecken, gleicher Fuhrpark und dasselbe Takedown-System, das auf aggressivem Fahren und Driften im Gegenverkehr beruht. Dank etwas leistungsfähigerer Hardware lief die Xbox-Version insgesamt eine Spur schärfer und stabiler, während die PlayStation 2 die federführende Plattform mit der bei Weitem größten Spielerbasis war. Die Unterschiede zwischen den Versionen sind eher kosmetisch als grundlegend, und das Spiel wird vor allem durch sein adrenalingeladenes Design geprägt, nicht durch eine bestimmte Konsole. Egal welche Version man besitzt, am Spielerlebnis ändert sich dadurch kaum etwas.