Deus Ex: Invisible War
Deus Ex: Invisible War knüpfte an den Kult-Hybriden aus RPG und Shooter von 2000 an und erschien gleichzeitig für PC und Xbox, was von Ion Storm verlangte, zahlreiche Systeme so zu überarbeiten, dass sie auf einer Konsole mit Controller funktionierten. Die Handlung spielt zwanzig Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils, in einer durch einen globalen Kollaps verwüsteten Welt, in der sich der Spieler als Agent Alex D inmitten eines Ringens von Fraktionen wiederfindet, die um die Kontrolle über die Zukunft einer um biomechanische Implantate erweiterten Menschheit kämpfen. Das Spiel verbindet Ego-Shooter-Elemente, Schleichen, Hacken und dialogbasierte Entscheidungen, wobei sich fast jede Aufgabe auf mehrere Arten lösen lässt, je nachdem, welche Fraktion der Spieler unterstützt und welche Fähigkeiten er entwickelt.
Biomodifikationen werden in feste Slots eingebaut, sodass der Spieler zwischen Unsichtbarkeit, erhöhter Kraft, Widerstandsfähigkeit oder der Fähigkeit, Feinde durch Wände wahrzunehmen, wählen muss, wobei jede Wahl andere Wege verschließt. Im Vergleich zum Vorgänger vereinfachte Invisible War einige Systeme, vereinheitlichte die Munition über alle Waffen hinweg und verkleinerte die Level aufgrund der Leistungs- und Speicherbeschränkungen der Konsole, was bei Fans des Originals, die dieselbe Tiefe erwarteten, gemischte Reaktionen hervorrief. Die Engine bot jedoch für ihre Zeit beeindruckend dynamische Beleuchtung und physikbasiertes Objektverhalten, mit dem man in der Umgebung experimentieren, Kisten verschieben, Türen blockieren oder einfach ein Hindernis aus dem Weg räumen konnte.
Dennoch bleibt es bemerkenswert für seinen Ehrgeiz, moralische Dilemmata mit Gameplay-Mechaniken zu verknüpfen und auf der Xbox eine ungewöhnlich durchdachte Alternative zur typischen Action jener Zeit zu bieten. Die kühle, stahlgraue visuelle Gestaltung zukünftiger Megastädte und die verzweigten Dialoge verliehen dem Ganzen eine Atmosphäre, wie sie im Konsolenangebot des Jahres 2003 kaum jemand bot. Invisible War wird heute als interessanter, wenn auch umstrittener Übergangsschritt zwischen dem klassischen Deus Ex und den späteren Teilen der Serie betrachtet, der trotz seiner Kompromisse zeigte, dass ein Immersive Sim auch auf einer Konsole funktionieren kann. Sein an den Gamepad angepasstes Steuerungsschema, einschließlich eines kontextbezogenen Aktionsmenüs, beeinflusste später, wie ähnlich komplexe Spiele in den folgenden Jahren die Steuerung auf Konsolen gestalteten.
Spiel 46 von 176 für Microsoft Xbox