Out Run
Out Run ist kein klassisches Rennspiel, sondern eine Spritztour um ihrer selbst willen, und genau das machte es zu einem der beliebtesten Arcade-Automaten aller Zeiten; die Version für den Sharp X68000 zählte zu den besten Heimumsetzungen, die in Japan erhältlich waren. Der Spieler sitzt am Steuer eines roten Cabriolets, neben sich eine Beifahrerin, vor sich eine offene Straße, die an Küsten, durch Wüsten, steinerne Dörfer und verschneite Bergpässe führt. Ziel ist es, jeden Abschnitt vor Ablauf der Zeit zu schaffen, wobei man am Ende jeder Etappe wählt, ob es nach links oder rechts weitergeht – die Strecke verzweigt sich so in fünf verschiedene Ziele. Die Steuerung legt Wert auf flüssiges Durchfahren von Kurven, Bremstechnik und das Überholen langsamerer Wagen, die in unangenehmen Momenten auftauchen.
Die Umsetzung musste das Schwierigste meistern: die Illusion von Geschwindigkeit in der pseudodreidimensionalen Ansicht hinter dem Wagen, in der sich die Straße hebt, senkt und windet. Dank seiner Leistung und Farbpalette schaffte es der X68000, ein ordentliches Tempo mit detaillierter Kulisse zu verbinden – Palmen, Felsen und Häuser, die vorbeiziehen –, sodass das Ergebnis auf dem heimischen Bildschirm dem Automaten deutlich näherkam als konkurrierende Versionen auf anderen Computern. Die Musik ist legendär: Vor dem Start wählt der Spieler aus mehreren Stücken, und ihre sommerlichen, tropisch angehauchten FM-Synthese-Melodien gehören bis heute zu den meistzitierten Soundtracks der Spielegeschichte.
Damals war Out Run ein Symbol für unbeschwerten Luxus, und seine X68000-Umsetzung trug dazu bei, den Ruf der Maschine als bester Heim-Arcade-Rechner zu festigen. Der Einfluss auf das Genre ist enorm: Es definierte die Kategorie der Arcade-Fahrspiele, die auf das Gefühl von Geschwindigkeit statt auf Simulation setzen, brachte eine ganze Reihe von Fortsetzungen hervor, und sein Erbe zeigt sich noch heute in modernen Spielen, die sich der Ästhetik von Sonnenuntergang und offener Straße verschreiben. Heute wirkt Out Run erstaunlich frisch, denn sein Reiz beruhte nie auf Technik, sondern auf Stimmung. Ein paar Minuten genügen, und die Lust, weiterzufahren, stellt sich von selbst ein.
Spiel 12 von 25 für Sharp X68000
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Segas Arcade-Original von 1986 lief auf spezieller Super-Scaler-Hardware, die die Straße flüssig in die Ferne skalierte, dazu drei wählbare Melodien aus den Lautsprechern des Automaten. Heimcomputer konnten diese Geschwindigkeitsillusion nicht vollständig nachbilden: Commodore 64, Amstrad CPC und Atari ST zeigen alle ein spürbar ruckeligeres Straßen-Scrolling und weniger Streckendetails. Die Amiga hielt trotz der Einschränkungen ordentliche Flüssigkeit und schönere Grafik, das Master System überraschte mit für eine Achtbit-Konsole recht originalgetreuer Grafik und Musik. Für das echte Arcade-Gefühl bleibt das Original unerreicht.