Space Harrier
Space Harrier zählt zu den berühmtesten Arcade-Automaten der Achtzigerjahre, und seine Umsetzung für den Sharp X68000 galt in Japan als kleines Wunder. In der Rolle eines fliegenden Helden mit Laserkanone rast man in die Tiefe des Bildschirms durch die surreale Fantasy Zone, wo fliegende Drachen, Steinköpfe, mechanische Gegner und schachbrettartig gefärbte Felder mit verstreuten Bäumen warten. Das Gameplay ist denkbar einfach, dank Geschwindigkeit und Dichte des Geschehens aber überraschend anspruchsvoll: Der Held bewegt sich über die gesamte Bildschirmfläche, schießt nach vorne und muss Projektilen sowie Hindernissen ausweichen, die sich aus der Ferne mit schwindelerregendem Tempo nähern. Jede Stufe endet mit einem Bosskampf, der über ein eigenes Bewegungsmuster verfügt.
Das Original lief auf einem teuren Automaten mit beweglicher Kabine und einer Hardware, die für die Skalierung riesiger Sprites ausgelegt war, was für Heimsysteme der Achtzigerjahre einem Albtraum gleichkam. Der X68000 verfügte über genug Leistung und Farben, um eine überzeugende Illusion von Geschwindigkeit mit großen, flüssig wachsenden Objekten zu erzeugen, weshalb das Ergebnis auf dem damaligen Markt aus allen konkurrierenden Umsetzungen herausstach. Die Musik ist unverwechselbar, fröhlich und vorwärtstreibend, und behält in ihrer Version für den Yamaha-FM-Chip ihre Eingängigkeit; zusammen mit den digitalisierten Sprachfetzen zu Beginn des Spiels rundet sie die Atmosphäre eines bunten Traums ab, der keinen Sinn ergibt und auch keinen ergeben will.
Damals diente diese Umsetzung als Beweis dafür, dass der X68000 tatsächlich eine Heimarcade war, und prägte zusammen mit weiteren Umsetzungen desselben Herausgebers den Ruf der Plattform. Der Einfluss von Space Harrier auf das Genre ist grundlegend: Es stand an der Wiege der sogenannten Super-Scaler-Spiele, beeinflusste eine ganze Generation schneller Actiontitel, und seine Ästhetik wird bis heute in stilisierten Indie-Spielen und in der Musik zitiert. Heute ist es ein kurzes, intensives Erlebnis, das man in zwanzig Minuten durchspielt und zu dem man wegen des Highscores immer wieder zurückkehrt. Es wirkt wie die reine Essenz des Spaßes, an der nichts gealtert ist.
Spiel 11 von 25 für Sharp X68000
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Das Arcade-Original setzte auf spezielle Sprite-Skalierungs-Hardware, die Landschaft und Gegner flüssig und mit hoher Geschwindigkeit größer und kleiner werden ließ — genau diese pseudo-3D-Illusion des schnellen Fluges war die Hauptattraktion des Spiels. Das Master System besitzt keine solche Skalierungsschaltung, weshalb die Umsetzung den Effekt vereinfachen musste: Objekte vergrößern sich sprunghafter, es erscheinen weniger Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm, und das Gesamttempo ist langsamer als in der Spielhalle. Farbpalette und Musik der 8-Bit-Maschine erreichen naturgemäß nicht die Qualität der Arcade-Platine. Für das reinste Geschwindigkeits- und Flüssigkeitsgefühl bleibt das Arcade-Original maßgeblich, das Master System bietet einen soliden, aber vereinfachten Heimersatz.