Rayman Origins
Rayman Origins war einer der Titel, die den europäischen Start der PlayStation Vita begleiteten, und zeigte sofort, wie gut das neue Display mit handgemalter Grafik umgehen konnte. Die Rückkehr von Ubisofts handloser Maskottchenfigur zum zweidimensionalen Jump'n'Run entstand auf der UbiArt-Engine, die es ermöglichte, Zeichnungen direkt von den Künstlern in Bewegung zu setzen, sodass jeder Busch, jeder Gegner und jeder Hintergrund wie eine zum Leben erweckte Illustration aus einem Kinderbuch wirkt. Die Geschichte ist nur ein Vorwand: Rayman und seine Freunde wecken durch ihr Schnarchen dunkle Mächte und müssen durch Welten voller Musikinstrumente, Wüsten, sinkender Wracks und lebendiger Küchen reisen.
Das Gameplay setzt auf Reinheit. Zu Beginn kann der Held nur laufen und springen, nach und nach kommen Gleiten, Schwimmen, Wandlauf und Schläge hinzu, wobei jede neue Bewegung ein eigenes Set an Levels erhält, das sie regelrecht auseinandernimmt. Das Sammeln kleiner Lums und das Befreien gefangener Electoons öffnet weitere Gebiete und gibt zugleich einen Grund, in bereits geschaffte Level zurückzukehren. Die eigentliche Prüfung stellen die Zeitabschnitte dar, in denen das Spiel das Tempo zu einem Rennen gegen den Bildschirm hochschraubt und absolut präzises Timing verlangt. Die Steuerung ist geschmeidig und gerade so nachsichtig, dass der Tod nie ungerecht wirkt.
Die Vita-Version konzentriert sich auf den Solo-Durchgang und fügt kleine Touch-Interaktionen hinzu, bietet ansonsten aber praktisch den kompletten Inhalt der großen Konsolen in der Hosentasche. Flüssiger Ablauf und satte Farben auf dem kleinen Panel gehörten 2012 zu den besten Demonstrationen dessen, was das Gerät konnte. Die Musik ist verspielt, witzig und wird oft selbst Teil des Leveldesigns, vor allem in den rhythmisch getakteten Passagen. Die Kritik nahm das Spiel begeistert auf und reihte es unter die besten 2D-Plattformer seiner Zeit, auch wenn die Verkaufszahlen dem Echo nie entsprachen. Origins trug wesentlich dazu bei, das Interesse an handgezeichneten Plattformern neu zu beleben, und zeigte, dass ein großer Verlag auch im Zeitalter dreidimensionaler Blockbuster ein solides 2D-Spiel bauen kann. Heute spielt es sich genauso gut wie am Erscheinungstag, und für Vita-Besitzer bleibt es eine der besten Möglichkeiten, sich daran zu erinnern, was die Konsole zu Beginn ihres Weges versprach.
Spiel 45 von 122 für Sony PlayStation Vita
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