Spelunky
Spelunky wirkt auf den ersten Blick wie ein niedliches Jump'n'Run über einen Abenteurer mit Peitsche, tatsächlich ist es aber eines der strengsten und klügsten Spiele seiner Zeit. Jeder Abstieg in die Höhlen erzeugt eine völlig neue Anordnung von Räumen, Fallen, Gegnern und Schätzen, sodass sich nichts auswendig lernen lässt. Lernen kann man nur, wie die einzelnen Teile der Welt aufeinander reagieren, und genau darin liegt der ganze Zauber. Der Tod ist sofort, endgültig, und man beginnt wieder auf der allerersten Ebene, meist mit dem Gefühl, selbst die alleinige Schuld zu tragen.
Die Ausrüstung besteht aus Bomben, Seilen und einer Peitsche, dazu lassen sich weitere Gegenstände finden oder kaufen, von Kletterhandschuhen bis zu Stiefeln gegen Fallen. Die eigentliche Tiefe entsteht jedoch durch die Verknüpfung der Systeme. Eine Feuerfalle entzündet eine Kiste, die Kiste steckt einen Händler in Brand, der Händler gerät in Rage und jagt den Spieler für den Rest der gesamten Expedition. Ein auf einen Gegner fallender Steinblock öffnet einen Weg, weckt aber gleichzeitig die Bewohner des Nebenraums. Diese Kettenreaktionen erzeugen Geschichten, die Spieler bis heute erzählen, und trugen dazu bei, dass Spelunky zu einem der meistzitierten Vorbilder der gesamten Roguelike-Welle wurde.
Die Version für PlayStation Vita wurde zusammen mit der Veröffentlichung für die Heimkonsole angeboten, und das tragbare Format passt außergewöhnlich gut zu ihr, da ein einzelner Durchlauf nur wenige Dutzend Minuten dauert und dazu einlädt, es jederzeit erneut zu versuchen. Hinzu kam eine tägliche Herausforderung, bei der alle dieselbe Höhlenanordnung und nur einen einzigen Versuch erhalten, was daraus ein beliebtes Ritual machte. Die Pixelgrafik bleibt auch auf dem kleineren Display gut lesbar, die Musik wechselt zwischen abenteuerlichen Motiven und Spannung, und das akustische Feedback verrät genau, was gerade wo geweckt wurde. Die kritische Aufnahme war begeistert, und das Spiel gilt bis heute als Lehrbuchbeispiel für perfekt ausbalanciertes Zufallsdesign. Unter der Oberfläche verbergen sich zudem mehrere gut versteckte Wege und alternative Enden, deren Existenz den meisten Spielern lange gar nicht bewusst ist. Wer Spelunky genug Zeit gibt, bekommt eines der langlebigsten Spiele, die es auf der Vita gibt.
Spiel 49 von 122 für Sony PlayStation Vita