Rayman Legends
Rayman Legends knüpfte an Origins an und übertraf es in vielerlei Hinsicht, indem es die bewährte Grundlage nahm und ihr eine noch breitere Palette an Ideen hinzufügte. Es handelt sich erneut um einen handgemalten zweidimensionalen Plattformer auf Basis der UbiArt-Engine, diesmal jedoch mit einer noch reicheren Palette an Schauplätzen, von Unterwassertempeln über mittelalterliche Festungen bis zu schneebedeckten Gipfeln. Den Rahmen der Geschichte bilden Gemälde, in die die Helden eintreten und darin gefangene Teensies befreien. Die Struktur ist dadurch lockerer als ein klassischer linearer Ablauf, und die Spielerin wählt oft selbst, welchen der offenen Wege sie zuerst versucht.
Der stärkste Kniff sind die Musiklevel, mit denen jede Welt endet. Die Spielerin hetzt darin präzise im Takt des Songs voran, wobei Sprünge, Schläge und zerstörte Hindernisse genau auf die Schläge fallen, sodass aus einem gewöhnlichen Plattformer plötzlich eine Tanzchoreografie wird. Daneben setzt das Spiel auf Abschnitte, in denen man statt der Heldenfigur die Umgebung steuert, Seile durchtrennt, Plattformen dreht und Gegner betäubt. Auf der Vita übernimmt diese Rolle das Touchdisplay, eine der natürlichsten Nutzungen der Hardware, die eine Handheld-Konsole je geboten hat. Hinzu kommen tägliche und wöchentliche Herausforderungen mit Bestenlisten sowie eine umfangreiche Auswahl überarbeiteter Level aus dem Vorgänger.
Die portable Version hält eine sehr solide Flüssigkeit und Schärfe der Zeichnung und kommt inhaltlich nah an die großen Konsolen heran. Der Soundtrack ist verspielt, vielfältig und erlaubt sich in den Musikpassagen sogar freche Coverversionen bekannter Melodien, die diese Abschnitte zu einem der meistzitierten Momente der gesamten Generation machten. Die Kritik nahm das Spiel außerordentlich gut auf, und viele halten es bis heute für den Höhepunkt des modernen zweidimensionalen Rayman. Für die Vita war es einer der besten Gründe, die Konsole im Zug herauszuholen, da einzelne Level nur wenige Minuten dauern und das Spiel jederzeit beiseitegelegt werden kann. Der inhaltliche Umfang ist zudem so großzügig, dass es deutlich länger dauert, wirklich alles durchzuspielen, als man von einem Plattformer erwarten würde. Auch mit den Jahren wirkt Legends außerordentlich frisch und wird regelmäßig unter den besten zweidimensionalen Plattformern seiner Generation genannt.
Spiel 46 von 122 für Sony PlayStation Vita
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