Mega Man V – boxart
GBNintendo Game Boy

Mega Man V

Action-platformer 1994 Minakuchi Engineering / Capcom Mega Man ⏱ Mittel · ca. 4–10 h 🛡 ESRB Everyone
Mega Man V – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Mega Man V – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Der Höhepunkt der GB-Mega-Mans mit eigenem Boss (kein NES-Recycling). Hervorragendes Level-Design.

Die fünfte und letzte Station des blauen Bombers auf dem Game Boy — und zugleich jene, auf die Fans nichts kommen lassen. Mega Man V von 1994 tat nämlich etwas, was sich die vorherigen Handheld-Teile nicht getraut hatten: Es hörte auf zu recyceln und schritt völlig eigenständig voran.

Die bisherigen Game-Boy-Mega-Mans funktionierten geschickt, aber vorsichtig — sie mischten Bosse und Ideen stets aus zwei verschiedenen NES-Teilen und setzten daraus ein Handheld-Spiel zusammen. Der fünfte fegte diese Gewohnheit vom Tisch. Er bringt eine komplett originale Galerie von Bossen — die sogenannten Stardroids, benannt nach Planeten des Sonnensystems (Mercury, Venus, Mars und andere) — sodass man zum ersten Mal gegen Feinde spielt, die man nirgendwo sonst trifft. Das verleiht dem ganzen Spiel eine eigene Identität, ein eigenes Level-Design und das Gefühl, dass es kein Echo, sondern ein vollwertiger Teil ist.

Auch die Werkzeuge in der Hand sind neu. Mega Man bekommt hier einen Roboter-Gefährten — einen Hund namens Tango, der sich zu einer Kugel zusammenrollen und Feinde angreifen kann — und vor allem die Waffe Mega Arm, eine abschießbare Faust, die den klassischen Buster ersetzt und mit erworbenen Fähigkeiten aufgeladen und angepasst werden kann. Das Spiel bekommt dadurch einen frischen Rhythmus und wirkt, als hätte es sich endlich erlaubt, mit dem zu experimentieren, was Mega Man kann.

Das Level-Design wird oft als das beste der gesamten Handheld-Fünf hervorgehoben — sorgfältig gebaute Abschnitte, lesbare und faire Herausforderungen und der traditionelle Mega-Man-Aufbau, bei dem ein besiegter Boss eine gegen den nächsten verwendbare Waffe übergibt. Capcom (mit der Entwicklung in Zusammenarbeit mit Minakuchi Engineering) bewies hier, dass die Reihe auch auf einem kleinen Bildschirm ihre sprichwörtliche Balance zwischen Schwierigkeit und Fairness halten kann.

Es hat allerdings einen Haken, der aus dem Spiel ein Sammler-Idol machte: Es erschien spät und in kleiner Auflage, in einer Phase, in der das Interesse am monochromen Game Boy bereits nachließ. Originale Cartridges sind daher heute selten, und auf dem Sammlermarkt klettert ihr Preis regelmäßig in die Höhe. Lange war es einer jener Titel, über die unter Fans mit Ehrfurcht gesprochen wurde, den aber kaum jemand in der Hand hielt — bis ihn eine spätere digitale Veröffentlichung einem breiteren Publikum zugänglich machte.

Warum spielen: Der Höhepunkt der Game-Boy-Mega-Mans mit eigenen Bossen und klugen Neuerungen — nicht nur der beste der Handheld-Fünf, sondern auch eine zu Recht geschätzte Rarität.

Spiel 9 von 147 für Nintendo Game Boy

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