Zelda's Adventure
Zelda's Adventure ist das dritte und seltsamste Spiel mit dem Namen Zelda, das ausschließlich für das Philips CD-i erschien. Anders als die beiden Plattformer kehrt es zur Draufsicht zurück, also zu dem Format, das das ursprüngliche The Legend of Zelda berühmt machte, und spielt im Land Tolemac, das Ganon unterworfen hat. Zelda macht sich darin auf die Suche nach dem entführten Link, sammelt Zauber und Werkzeuge, öffnet über eine weitläufige Karte verstreute Tempel und kämpft auf einzelnen Bildschirmen gegen Monster. Der Fortschritt folgt klassischer Adventure-Logik: Jeder Tempel erfordert eine bestimmte Fähigkeit, die anderswo erworben wird, sodass sich die Welt schrittweise öffnet und die Karte zum wichtigsten Orientierungswerkzeug wird.
Die technische Umsetzung unterscheidet sich völlig von den Schwesterspielen. Die Umgebungen entstanden durch Digitalisierung handgefertigter Kulissen und Modelle, die Figuren wurden aus Realaufnahmen erfasst, und die Handlungssequenzen bilden einen Realfilm mit kostümierten Schauspielern. Das Ergebnis wirkt düster, traumhaft und stellenweise geradezu unheimlich, wozu gedämpfte Musik und rauschende Umgebungsgeräusche beitragen. Die entscheidende Schwäche liegt jedoch im Tempo: Zwischen den Bildschirmen wird auf Ladezeiten gewartet, die Kämpfe wirken steif, und der Schwerthieb hat eine unangenehm kurze Reichweite, sodass sich viele Auseinandersetzungen eher durch Ausweichen als durch Kämpfen lösen lassen.
Das Spiel erschien zu einer Zeit, als das Interesse am CD-i bereits nachließ, und blieb so das am wenigsten bekannte Werk der ganzen Trilogie. Kritiker bemängelten vor allem die Langsamkeit und die ungenaue Spielbarkeit, lobten jedoch die Atmosphäre und das Bemühen um eine eigene visuelle Sprache. Heute ist Zelda's Adventure gerade dadurch interessant, wie anders es aussieht als alles andere in dieser Marke: Es ist eine seltsame Mischung aus Märchen, Realfilm und klassischem Action-Adventure der Achtzigerjahre. Für Sammler ist es ein seltenes Stück, für neugierige Spieler ein Ausflug in eine Welt, die nur in der kurzen Phase der Faszination für multimediale CDs entstehen konnte. Bemerkenswert ist auch, wie großzügig die Karte ausfällt, die die Entwickler auf die Disc packten: Jeder Tempel hat sein eigenes Thema und seine eigenen Monster, und dazwischen liegt eine weitläufige Landschaft, die sich in viele Richtungen durchqueren lässt und in der man sich selbst mit Notizen in der Hand redlich verirren kann.
Spiel 4 von 13 für Philips CD-i
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