The Legend of Zelda: Majora's Mask – boxart
N64Nintendo 64

The Legend of Zelda: Majora's Mask

Action-adventure 2000 Nintendo EAD The Legend of Zelda ⏱ Lang · ca. 12–25 h
The Legend of Zelda: Majora's Mask – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
The Legend of Zelda: Majora's Mask – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Düsterer, experimentell; ein Drei-Tage-Zyklus und Melancholie. Ein Kultklassiker.

Was, wenn ein Spiel gleich zu Beginn ankündigt, dass die Welt in drei Tagen untergeht – und man nichts dagegen tun kann, bis man lernt, die Zeit zurückzusetzen? The Legend of Zelda: Majora's Mask ist der düsterste, seltsamste und mutigste Ableger der gesamten Serie, ein Spiel, das eine wohlbekannte Formel nahm und auf den Kopf stellte.

Es entstand bemerkenswert schnell durch Wiederverwertung der Engine von Ocarina of Time, und dennoch machte es aus dieser Sparsamkeit eine Tugend. Statt seinen berühmten Vorgänger zu kopieren, schlug es eine radikal andere Richtung ein. Über dem Land Termina hängt ein Mond mit erschreckendem Gesicht, der sich unerbittlich der Erde nähert, und man hat nur drei Tage, bevor er einschlägt. Mit der Okarina schickt man die Zeit an den Anfang zurück – und verliert dabei den gesammelten Fortschritt, bis auf wichtige Gegenstände und erworbenes Wissen.

Dieser Drei-Tage-Zyklus ist genial und grausam zugleich. Die Bewohner Terminas haben ihre Tagesabläufe, Sorgen und Schicksale, die sich innerhalb dieser drei Tage immer wieder abspielen. Man lernt ihr Leben auswendig, greift im richtigen Moment ein und setzt nach und nach das Mosaik ihrer Geschichten zusammen. Daraus entspringt eine tiefe Melancholie, wie sie im Medium des Spiels selten ist – ein Gefühl der Vergänglichkeit und Vergeblichkeit, das dem Spiel ein unerwartetes emotionales Gewicht verleiht.

Mit Masken verwandelt man sich in verschiedene Wesen und erhält dadurch neue Fähigkeiten, was Rätsel und einen ganz neuen Zugang zur Welt eröffnet. Diese Wandelbarkeit der Identität harmoniert mit der Gesamtstimmung des Spiels, das keine Scheu hat, verstörend, traumhaft und stellenweise geradezu bedrückend zu sein. Das ist kein Märchenabenteuer – es ist eine Betrachtung über Zeit, Verlust und Wiederholung.

Die Arbeit von Nintendo EAD zeigte hier, dass es auch innerhalb einer etablierten Serie Raum für ein Experiment gibt, das die Spieler in jene spaltet, die es lieben, und jene, denen seine Seltsamkeit nicht zusagt. Genau deshalb ist Majora's Mask bis heute eine Kultangelegenheit – mutig, anders und unvergesslich.

Warum spielen: Für Spieler, die ein düstereres, experimentelles Zelda mit genialem Drei-Tage-Zyklus und einer melancholischen Atmosphäre wollen, die in der Serie ihresgleichen sucht.

Spiel 3 von 77 für Nintendo 64

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