Populous
Populous von Bullfrog Productions gilt als der Gründungstitel des God-Games-Genres, in dem der Spieler als Gottheit die Landschaft formt, um das Wachstum der Zivilisation seiner Anhänger zu ermöglichen, und dabei zugleich mit der Gottheit eines rivalisierenden Stammes um die Seelen der Bewohner kämpft. Der Spieler hebt und senkt das Gelände, um ebene Flächen für neue Siedlungen zu schaffen, sendet Katastrophen wie Überschwemmungen oder Vulkanausbrüche und ruft in der späteren Spielphase auch direkte militärische Schläge gegen den Feind herbei. Mit wachsendem Glauben der Bewohner an die Gottheit des Spielers werden stärkere Fähigkeiten freigeschaltet, von Erdbeben bis hin zu einem geisterhaften Armageddon, was das Spiel vom stillen Aufbau hin zur offenen Konfrontation mit dem Gegner verschiebt. Die Anhänger selbst sind dabei die entscheidende Machtquelle – je dichter besiedelt und je weiter entwickelt die Landschaft, desto größer die Macht, die der Gottheit des Spielers zur Verfügung steht.
Auf dem Commodore 64 wurde das Spiel unter Berücksichtigung der Beschränkungen der Achtbit-Hardware umgesetzt – die isometrische Ansicht der Landschaft bleibt erhalten, wenn auch mit einfacherer Grafik und langsamerer Reaktion als auf den 16-Bit-Plattformen, für die das Spiel ursprünglich konzipiert wurde. Dennoch gelang es, die grundlegende Spielschleife aus Geländeformung, Siedlungswachstum und der schrittweisen Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Gottheiten zu bewahren. Spieler, die an flüssigere Versionen gewöhnt sind, werden zu schätzen wissen, dass der Achtbit-Port trotz technischer Einschränkungen übersichtliche Steuerung und lesbare Karten bewahrt hat. Die musikalischen Motive fallen im Vergleich zu den Versionen auf leistungsfähigeren Computern bescheidener aus, vermögen aber dennoch die ruhige, meditative Atmosphäre der Landschaftsgestaltung heraufzubeschwören, die das Spiel in seinen ruhigeren Abschnitten bietet.
Populous wird bis heute als das Spiel angeführt, das ein ganzes Genre begründete, das später Titel wie Black & White oder Dungeon Keeper populär machten. Die Commodore-64-Version kann zwar nicht mit der Flüssigkeit des Amiga-Originals mithalten, ermöglichte dem God-Games-Genre aber, auch Spieler zu erreichen, die auf Achtbit-Hardware beschränkt waren, und bleibt daher ein interessantes historisches Kapitel in der Entwicklung der Serie und des gesamten Genres der Götter-Simulationen.
Warum spielen: Für alle, die sich für die Wurzeln des God-Games-Genres interessieren, das später Titel wie Black & White oder Dungeon Keeper berühmt machten, lohnt es sich trotz geringerer Flüssigkeit gegenüber der Amiga-Version.
Spiel 96 von 121 für Commodore 64
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Der Atari ST war Bullfrogs heimische Entwicklungsplattform und prägte Optik und Tempo des Spiels. Die PC/DOS-Fassung hing stark von der eingebauten Soundkarte ab – ein bloßer PC-Speaker liefert dünnes Gepiepse, während AdLib oder Sound Blaster einen deutlich volleren Klang freischalten, und auch die Grafik variierte je nach Grafikkarte (CGA/EGA/VGA). Die Super-Nintendo-Fassung ersetzte die Maus durch den Controller, was den Rhythmus des sorgfältigen Geländeformens veränderte, brachte dafür aber klarere Farben durch die eigene SNES-Palette sowie ein exklusives Extra-Land und einen Zweispieler-Modus per Verbindungskabel. Wer Populous in reinster Form erleben will, greift zum Atari ST; wer bequemere Steuerung bevorzugt, schätzt das SNES.