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Populous
Populous (1989) von Bullfrog und Designer Peter Molyneux begründete das Genre, das man bis heute als „God Game" kennt: In der Rolle einer Gottheit formt der Spieler die Landschaft indirekt – hebt und senkt das Terrain, entfesselt Erdbeben, Überschwemmungen und Wunder – und führt, gestützt auf die Zahl seiner Anhänger, die ihm ihre „Mana" für Zaubersprüche liefern, Krieg gegen einen rivalisierenden Stamm, ohne je Einheiten direkt zu befehligen. Die isometrische Ansicht und die einfachen, leicht verständlichen Regeln ermöglichten Umsetzungen auf fast allen Plattformen der Zeit, vom Amiga und Atari ST über den Commodore 64 bis zu DOS-PCs und später Konsolen wie dem SNES.
Populous II: Trials of the Olympian Gods (1991) ließ das Grundprinzip unangetastet, ergänzte es aber um die Wahl zwischen mehreren Gottheiten mit jeweils eigenen Zaubersprüchen, darunter ein verheerendes Armageddon, sowie einen stärkeren mythologischen Rahmen nach griechischem Vorbild. Viele Spieler halten gerade den zweiten Teil bis heute für die ausgereifteste Fassung der ursprünglichen Idee – er brachte mehr Tiefe und bessere Grafik, ohne den einfachen, gut lesbaren Spielfluss zu belasten.
Populous: The Beginning (1998) baute die Reihe komplett in 3D neu auf und rückte sie näher an die Echtzeitstrategie heran: Der Spieler formt nicht mehr nur das Land, sondern befehligt direkt Schamaninnen, Krieger und Prediger, errichtet Dörfer mit Tempeln und Hütten und führt Einheiten gegen den Feind, ähnlich den damals populären RTS-Titeln, im Rahmen des Feldzugs einer einzelnen Schamanin durch mehrere Welten. Für die einen war das eine Auffrischung einer in die Jahre gekommenen Formel, für andere eine Abkehr vom reinen „Gott-Spiel", das die Reihe berühmt gemacht hatte – und zugleich eines der letzten Projekte, die Molyneux bei Bullfrog abschloss, bevor er sein eigenes Studio Lionhead gründete.
So oder so zeigte Populous als Erstes, dass sich ein Spieler für das Schicksal einer ganzen Zivilisation verantwortlich fühlen kann, ohne eine einzelne Figur oder eine Armee direkt zu steuern, und diese Idee inspirierte später eine ganze Welle von Spielen, darunter Molyneuxs späteres Black & White, auch wenn sie sich nicht direkt an Populous messen. Auch deshalb bleibt Populous einer der wichtigen Meilensteine der frühen Geschichte der Computerstrategiespiele.
Teile der Reihe (3)
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Populous: The Beginning · 1998