Zork II: The Wizard of Frobozz
Zork II: The Wizard of Frobozz setzt die Erkundung des Großen Unterirdischen Reiches (Great Underground Empire) fort, das Spieler erstmals im ersten Teil besuchten, diesmal über einen anderen Eingang und mit neuen, verworreneren Schauplätzen. Die zentrale Neuerung ist der exzentrische Wizard of Frobozz, ein umherziehender Zauberer, der zufällige Zaubersprüche mit unvorhersehbaren, oft komischen Folgen auf den Spieler wirkt – er kann ihn in ein Tier verwandeln, anderswohin teleportieren oder ihm den Weg anderweitig erschweren. Das Spiel wird rein über einen Textparser gesteuert: Der Spieler tippt Befehle in natürlicher Sprache ein, und das Spiel reagiert mit Beschreibungen der Welt, was für Infocom über alle Plattformen hinweg typisch war. Zum Spiel gehören auch mehrere eigenständige Minispiele und Rätselräume, die sich vom Haupt-Labyrinth in Tempo und Regeln unterscheiden, sodass der Spieler nie genau weiß, was ihn hinter der nächsten Tür erwartet.
Auf dem Atari 8-bit hat Zork II dieselbe Form wie auf anderen Computern – keine Grafik, nur Text, was sowohl an Infocoms Technologie (der Z-Machine) als auch an der Firmenphilosophie lag, auf die Kraft des geschriebenen Wortes und die Vorstellungskraft des Spielers zu setzen. Die Rätsel sind durchdacht und erfordern systematisches Erkunden der Umgebung, das Kombinieren von Gegenständen und Experimentieren mit Befehlen, gelegentlich bis an die Grenze der Spielerfrustration, was für die gesamte Zork-Serie bezeichnend war. Der Parser galt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als einer der fortschrittlichsten auf dem Markt, meisterte komplexere Sätze mit Konjunktionen und Pronomen, und das Spiel konnte jederzeit auf Diskette gespeichert und später fortgesetzt werden.
Der zweite Teil der Trilogie wirkt heute wie eine solide, handwerklich gelungene Fortsetzung, die zwar nicht die Originalität des ersten Zork übertrifft, aber dessen Welt, Humor und Sinn für das Absurde vertieft. Für Spieler mit Interesse an den Anfängen der interaktiven Fiktion bleibt Zork II ein Beispiel dafür, wie weit sich das Genre allein mit Text vorantreiben ließ, ohne ein einziges Bild, eine einzige Musiknote oder eine einzige Animation.
Warum spielen: Für Interessierte an den Anfängen der interaktiven Fiktion bietet Zork II eine vertiefte Welt und den Humor des ersten Teils, auch wenn es die Originalität seines Vorgängers nicht übertrifft.
Spiel 112 von 124 für Atari 800 / 8-bit