Halo Infinite
Halo Infinite sollte gleichzeitig Neustart und Rückkehr zu den Wurzeln sein, und das gelang in vielerlei Hinsicht. Master Chief erwacht im All über dem zerbrochenen Zeta-Halo-Ring, wo über die Reste der menschlichen Streitkräfte nun die Gruppierung der Banished herrscht. Erstmals in der Reihe spielt die Kampagne in einer halboffenen Welt — man bewegt sich frei über die Oberfläche des Rings, befreit Stützpunkte, schaltet Kommandanten aus und schaltet dadurch Verstärkung sowie Schnellreise frei. Entscheidend ist, dass dabei der Rhythmus des klassischen Halo nicht verlorenging: Feuergefechte spielen sich weiterhin in weitläufigen Arenen ab, in denen Waffenwahl, Granaten und der Umgang mit dem Schild zählen.
Die größte Neuerung ist der Greifhaken, mit dem man sich zu einem Vorsprung heranzieht, einem Gegner die Waffe aus der Hand reißt oder sich direkt in den Kampf katapultiert. Er hat die Fortbewegung so sehr verändert, dass sich die Kämpfe in die Senkrechte geöffnet haben und der Spieler plötzlich weitaus aggressiver agiert als früher. Hinzu kommen weitere Werkzeuge wie ein tragbarer Schild oder ein Umgebungsscanner. Der Mehrspielermodus erschien als eigenständiger, frei zugänglicher Teil und kehrte zu einer fairen Grundlage zurück, bei der alle gleich starten und bessere Waffen auf der Karte aufgesammelt werden. Die Kampagne lässt sich auch im Koop spielen, den die Entwickler erst nach Veröffentlichung nachreichten, und ein Forge-Modus steht zum Bau eigener Karten zur Verfügung.
Technisch erschien das Spiel auch für die Xbox One und hält sich auch dort recht flüssig, allerdings auf Kosten geringerer Auflösung und kärglicherer Vegetation. Klang und Musik sind dagegen über alle Versionen hinweg hervorragend — die Rückkehr des ikonischen Chormotivs zählt zu den stärksten Momenten der gesamten Reihe. Die Aufnahme fiel überwiegend sehr gut aus, Vorbehalte richteten sich gegen die sich wiederholenden Nebenaktivitäten der offenen Welt und dagegen, wie langsam sich der Mehrspielerinhalt nach der Veröffentlichung füllte. Als Kampagne wirkt Infinite jedoch bis heute wie das beste Halo seit Langem und ein hervorragender Einstiegspunkt in die Reihe. Das Sammeln der über den Ring verstreuten Aufzeichnungen ergänzt zudem die Hintergrundgeschichte zur Niederlage der menschlichen Streitkräfte und zum Schicksal von Figuren, denen der Chief nie begegnet.
Spiel 50 von 204 für Xbox One
Derselbe Titel woanders (2)
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