Gears of War: Ultimate Edition
Gears of War: Ultimate Edition ist ein kompletter Neuaufbau des ersten Teils, der 2006 die Third-Person-Deckungsaction neu definierte. Die Geschichte folgt Marcus Fenix, der aus dem Gefängnis entlassen wird in einen verzweifelten Krieg gegen die Locust, eine unterirdische Rasse, die die Menschheit von der Oberfläche vertrieben hat. Die Kampagne hält sich an einen straffen, korridorartigen Rhythmus: Sprints zwischen Deckungen, Unterdrückungsfeuer und Umgehungsmanöver, mit denen der Gegner aus seiner Stellung gedrängt wird. Die Feuergefechte haben ihr typisches Gewicht — die Figuren sind gepanzerte Kolosse, jede Bewegung besitzt Trägheit, und das Sturmgewehr Lancer mit Kettensägen-Bajonett bleibt eine der ikonischsten Waffen seiner Zeit.
Die Neufassung blieb nicht bei höherer Auflösung stehen. Modelle, Texturen und Beleuchtung wurden komplett neu erstellt, die Filmsequenzen neu gedreht, und vor allem hielten Kapitel Einzug ins Spiel, die ursprünglich nur in der PC-Version erschienen waren und die Konsolenspieler nie zu sehen bekamen. Der Mehrspielermodus wurde auf ein moderneres Netzwerkfundament umgebaut und bietet die klassischen Modi mit dem langsameren, bedächtigeren Tempo, das gerade der erste Teil hatte — also ohne die Akrobatik, die spätere Fortsetzungen einführten. Die gesamte Kampagne lässt sich im Zweispieler-Koop durchspielen, sei es an einer Konsole oder online, und genau das Zusammenspiel zu zweit bleibt das, was Gears zu Gears macht.
Technisch ist es eine sehr saubere Arbeit — das Spiel läuft flüssig, deutlich schärfer als das Original, und behielt dabei die düstere, in Grau- und Brauntönen gehaltene Atmosphäre der zerstörten, pseudoantik anmutenden Städte. Musik und Waffensound gehören zum Besten, was das Genre zu bieten hatte. Die Aufnahme fiel sehr gut aus, und Ultimate Edition wurde zum Maßstab dafür, wie ein Remaster auszusehen hat: das Gefühl des Originals bewahren und dabei nicht verschleiern, dass es sich um ein Spiel aus einer anderen Ära handelt. Heute spielt es sich merklich langsamer als spätere Teile, doch gerade das zeigt, womit Gears einst so punktete und warum Deckungsaction über Jahre zur Norm wurde. Zugleich diente es als Brücke zum nächsten Teil — wer sich das Spiel damals zulegte, erhielt dank Abwärtskompatibilität auch Zugriff auf die älteren Xbox-360-Teile der Reihe.
Spiel 52 von 204 für Xbox One