Resident Evil Outbreak
Resident Evil Outbreak brachte der Reihe eine bedeutende Innovation in Form eines kooperativen Mehrspielermodus, in dem bis zu vier Spieler gemeinsam eine Zombie-Apokalypse in Raccoon City durchqueren, die parallel zu den Ereignissen früherer Teile der Reihe spielt. Das Spiel bot mehrere kurze Szenarien, in denen Spieler aus acht zivilen Figuren wählen, von der Kellnerin über den Polizisten bis zum Schauspieler, wobei jede Figur über einzigartige Fähigkeiten und Schwächen verfügt, die den Überlebensstil beeinflussen. Die Wahl der Figur verändert den Durchgang somit grundlegend: Die eine kann verschlossene Türen öffnen, eine andere mehr Gegenstände tragen oder mit der Behandlung von Verletzten umgehen, sodass dieselbe Karte jedes Mal einen etwas anderen Weg hinaus bietet.
Der Online-Mehrspielermodus, damals auf Konsolen noch selten, erlaubte es den Spielern, gemeinsam Rätsel zu lösen, begrenzte Ressourcen zu teilen und gemeinsam Horden von Infizierten zu begegnen, was dem klassischen Survival-Horror eine völlig neue soziale Dimension verlieh, die auf Kommunikation und Zusammenarbeit unter Druck beruht. Da das Spiel keinen Sprachchat besaß, verständigten sich die Spieler über einen Satz vordefinierter Befehle und Gesten, was paradoxerweise angespannte, fast stumme Zusammenarbeit inmitten des Chaos schuf. Das Spiel führte zudem ein Virusinfektionssystem ein, bei dem eine Figur infiziert werden konnte und sich ihr Zustand allmählich verschlechterte, sofern der Spieler nicht rechtzeitig ein Heilmittel fand, was jedem Szenariodurchlauf zusätzliche Dringlichkeit verlieh.
Die grafische Seite entsprach dem Standard der Reihe mit Betonung auf der düsteren Atmosphäre einer verlassenen Stadt, und die Szenarien, von einem brennenden Restaurant über ein Krankenhaus bis zur Kanalisation, boten eindrucksvoll vielfältige Schauplätze. Aufgrund der damaligen technischen Beschränkungen der Netzinfrastruktur und der Notwendigkeit, einen Netzwerkadapter für die PS2 zusätzlich zu kaufen, litten die Online-Funktionen unter eingeschränkter Verfügbarkeit, dennoch bleibt Outbreak ein bedeutendes Experiment, das spätere kooperative Horrorspiele vorwegnahm und das Potenzial des Genres für ein gemeinsames Erlebnis zeigte. Das Spiel erhielt zudem eine direkte Fortsetzung namens File 2, die das Angebot an spielbaren Szenarien und Figuren um weitere Kapitel der Zombie-Apokalypse in Raccoon City erweiterte.
Spiel 88 von 269 für Sony PlayStation 2
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