Disgaea 3: Absence of Detention
Disgaea 3: Absence of Detention brachte eine der eigenständigsten taktischen Serien überhaupt schon in den ersten Lebensmonaten der Vita auf die Konsole. Die Geschichte spielt an einer dämonischen Akademie, an der als Musterschüler gilt, wer beständig den Unterricht schwänzt und Regeln bricht. Hauptfigur Mao ist dadurch der Klassenbeste und beschließt, ein Held zu werden, um seinen eigenen Vater, den Herrscher der Unterwelt, zu besiegen. Um ihn versammelt sich nach und nach eine Truppe voller parodistischer Figuren, vom überschwänglichen menschlichen Helden bis zu einem Mädchen, das hartnäckig behauptet, ein Engel zu sein. Das Drehbuch macht sich die ganze Zeit über Klischees japanischer Rollenspiele und Schulgeschichten lustig und hält einen leichten Ton, obwohl sich darunter eine überraschend feinfühlige Handlung über Eltern und Erwartungen verbirgt.
Das Gameplay basiert auf rundenbasierten Kämpfen auf einem Gitter, denen die Serie gleich mehrere eigene Erfindungen hinzugefügt hat. Farbige Felder verändern die Regeln der Schlacht, da sie Schaden vervielfachen, Gegner heilen oder Magie verbieten, und ihre Kettenzerstörung kann den Verlauf eines Kampfes binnen eines einzigen Zuges umkehren. Figuren lassen sich aufheben und über die halbe Karte werfen, zu Türmen stapeln und gemeinsam angreifen, was jede Runde zu einem kleinen Logikrätsel macht. Darüber thront die berühmte Tiefe des Fortschrittssystems: Stufen weit jenseits der üblichen Grenzen, Gegenstandsverbesserung von innen heraus in eigenen, prozedural generierten Verliesen sowie Schadenswerte, die sich zu geradezu absurden Ausmaßen auswachsen.
Die Vita-Version enthält Inhalte, die auf der älteren Konsole separat verkauft wurden, und bietet dadurch eine breite Figurengalerie samt Gaststars aus früheren Teilen. Das scharfe Display der Handheld-Konsole passt gut zu den farbenfrohen zweidimensionalen Porträts und Zauberanimationen, und die Möglichkeit, das Spiel jederzeit in den Ruhezustand zu versetzen, kommt einem Spielstil sehr entgegen, bei dem man einen Kampf bestreitet und das Gerät dann beiseitelegt. Zeitgenössische Rezensionen lobten die inhaltliche Großzügigkeit und den Witz, Kritik gab es an sich wiederholenden Umgebungen sowie daran, dass sich die wahre Tiefe erst nach Abschluss der Haupthandlung offenbart. Genau deshalb funktioniert Disgaea 3 bis heute als Beispiel dafür, wie endlos ein taktisches Rollenspiel sein kann.
Spiel 88 von 122 für Sony PlayStation Vita
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