Disgaea 5 Complete
Disgaea 5 Complete war eines der ersten großen Spiele, die im Startjahr der Switch erschienen, und für Fans von Taktik-Rollenspielen war es die ideale Demonstration dessen, was die Hybridkonsole zu leisten vermag. Die Disgaea-Reihe ist dafür berühmt, das Genre bis ins Extrem zu treiben: Die Geschichte des Dämons Killia und seiner Rebellion gegen einen übermächtigen Herrscher wird als Parodie auf heroische Epen erzählt, voller überzeichneter Figuren, absurder Sprüche und ständiger Selbstironie, doch darunter verbirgt sich eines der tiefgründigsten Charakterentwicklungssysteme, die je geschaffen wurden.
Kämpfe finden auf einem Gitterfeld statt und wirken auf den ersten Blick wie klassische Taktik, nur dass die Regeln wild sind. Figuren können sich gegenseitig hochheben und über die ganze Karte werfen, sich zu Türmen stapeln und gemeinsam angreifen, farbige Blöcke tragen und drehen, die die Regeln der gesamten Schlacht verändern, und in der sogenannten Item World kann man buchstäblich in die eigene Ausrüstung hineingehen und sie Stockwerk für Stockwerk aufwerten. Schadenszahlen klettern in die Millionen und darüber hinaus, und das Spiel geht offen davon aus, dass sein anspruchsvollster Inhalt erst lange nach dem Ende der Hauptgeschichte beginnt – wer sich auf die Maximierung von Figuren einlässt, kann sich hier für Hunderte von Stunden verlieren.
Die Bezeichnung Complete bedeutet, dass das Paket alle Erweiterungen aus der ursprünglichen PlayStation-4-Fassung enthält, also zusätzliche spielbare Figuren, Szenarien und Kostüme. Technisch läuft das Spiel absolut problemlos, die Grafik ist eine einfache Kombination aus Pixelfiguren und dreidimensionalen Karten, und für den mobilen Modus eignet sich das Spiel geradezu vorbildlich, da sich eine einzelne Schlacht in wenigen Minuten austragen lässt. Die Musik ist energiegeladen und überzeichnet, ganz wie der Rest des Spiels. Die Aufnahme fiel positiv aus, und der Titel wurde häufig als eines der ersten Spiele empfohlen, die man sich für die Switch zulegen sollte. Heute bleibt es der beste Einstieg in die Reihe und eine endlose Zeitfalle für alle, die Zahlen lieben. Die Hauptgeschichte lässt sich ohne tieferes Eintauchen in die Systeme in etwa dreißig Stunden durchspielen, doch wer sich einmal hineinziehen lässt, ist nie wirklich fertig.
Spiel 77 von 188 für Nintendo Switch
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