The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel II
The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel II setzt genau dort an, wo der erste Teil endete — in dem Moment, in dem das Kaiserreich Erebonia von einem Bürgerkrieg zerrissen und Klasse VII über das ganze Land verstreut ist. Rean Schwarzer erwacht allein in den Bergen, und seine erste Aufgabe besteht nicht darin, die Welt zu retten, sondern seine früheren Klassenkameraden zu finden, sie zu einer erneuten Vereinigung zu bewegen und erst danach in einen Konflikt einzugreifen, der ihn deutlich übersteigt. Dadurch verbindet das Spiel auf natürliche Weise die sammlerische Struktur der einleitenden Kapitel mit einer sich schrittweise öffnenden Karte. Mit jedem neuen Verbündeten und Transportmittel wird das gesamte Gebiet zugänglich, und mit ihm eine Fülle von Nebenaufgaben, mit denen Falcom traditionell den Eindruck einer bewohnten Welt aufbaut.
Das Kampfsystem bleibt rundenbasiert mit einer ausgeprägten taktischen Ebene. Die Position auf dem Schlachtfeld entscheidet darüber, wen Flächenangriffe treffen, eine Zugreihenfolge-Anzeige verrät im Voraus Boni, um die es sich zu kämpfen lohnt, und ein System verbundener Partner erlaubt es, Finisher zu verketten sowie Verbündete vor tödlichen Treffern zu schützen. Orbments lassen sich auf sehr konkrete Rollen abstimmen, sodass selbst gewöhnliche Scharmützel Raum für Optimierung bieten. Der zweite Teil fügt zudem mehrere völlig neue Modi hinzu, darunter Kämpfe in mechanischen Rüstungen, die als effektvoller Höhepunkt zentraler Kapitel dienen. Technisch ist das auf der Vita solide Arbeit: Das Spiel läuft flüssig und behält auch auf dem kleinen Bildschirm eine übersichtliche Oberfläche.
Die musikalische Untermalung aus der Feder von Falcoms internem Soundteam gehört zum Stärksten, was die Serie zu bieten hatte, da sie rockige Kampfmotive mit ruhigeren Reisemelodien verbindet und einfühlsam mit Themen aus dem Vorgänger arbeitet. Rezensenten lobten die erzählerische Geschlossenheit sowie die Art, wie das Spiel Kenntnisse der früheren Geschichten belohnt, wiesen aber auf den langsameren Einstieg und die Textmenge hin. Heute zählt Trails of Cold Steel II zu den Titeln, für die es sich lohnt, eine Vita zu suchen: Das tragbare Format tut einer langen Gesprächschronik gut, und das Spiel bewies, dass eine ausgedehnte Erzählung über Politik und Schulfreundschaften auf einer Handheld-Konsole nicht verlorengeht.
Spiel 87 von 122 für Sony PlayStation Vita