Persona 2: Eternal Punishment
Persona 2: Eternal Punishment ist eine direkte Fortsetzung von Innocent Sin und die zweite Hälfte einer Geschichte, die in einer heutigen japanischen Metropole spielt, die von seltsamen Gerüchten erschüttert wird, die sich buchstäblich in Realität verwandeln. Die Spieler übernehmen eine Gruppe junger Helden um die Journalistin Maya Amano, die mit der Fähigkeit, Personas – alternative Formen der eigenen Psyche – herbeizurufen, dämonischen Kräften und eigenen Traumata aus der Vergangenheit begegnen. Das Kampfsystem beruht auf dem Sammeln von und Verhandeln mit Dämonen mittels der Contact-Methode, bei der ein Gegner im Kampf überredet, erschreckt oder zum Lachen gebracht und so für die Gruppe angeworben werden kann, was das Spiel vom klassischen Grinden abhebt und ihm eine ausgeprägt soziale Dimension verleiht. Die Gruppe wächst nach und nach um weitere Figuren mit eigener Vergangenheit, die mit der Haupthandlung um wahr werdende Gerüchte verknüpft ist, und der Spieler verbringt zwischen den Kämpfen auch Zeit damit, die Stadt zu durchstreifen und Gespräche zu führen, die weitere Schichten der Geschichte offenbaren.
Grafisch nutzt das Spiel auf der PlayStation stilisierte Figuren vor vorgerenderten Hintergründen, und die Atmosphäre wird durch einen markanten Soundtrack mit Jazz- und Acid-Jazz-Elementen abgerundet, der zu einem der Erkennungszeichen der frühen Persona-Ära wurde, noch bevor die Reihe zu einem moderneren Look überging. Die Geschichte ist düsterer und reifer als bei den meisten damaligen JRPGs, sie behandelt Themen wie Identität, Schuld und Manipulation durch Medien und öffentliche Meinung, und auch dadurch erwarb sie sich unter Genre-Fans den Ruf eines Kultwerks.
In der westlichen Fassung erhielten Spieler damals nur diese zweite Hälfte der Geschichte, während Innocent Sin lange Zeit Japan vorbehalten blieb, was das Spiel über viele Jahre mit einer Aura von Seltenheit und Unzugänglichkeit umgab. Heute gilt Eternal Punishment als einer der bedeutendsten Übergangstitel zwischen der älteren und der modernen Persona, und sein Einfluss zeigt sich auch in späteren Teilen der Reihe, die das Konzept sozialer Interaktionen direkt im Kampf übernahmen und weiterentwickelten. Auch nach all den Jahren wirkt das Spiel überraschend selbstbewusst und belegt, dass Atlus schon lange, bevor die Reihe weltberühmt wurde, eine eigenständige künstlerische Vision besaß.
Warum spielen: Für Fans der Persona-Reihe ist dies ein Übergangstitel mit überraschend selbstbewusster künstlerischer Vision, der die Wurzeln des Konzepts sozialer Interaktionen lange vor dem Ruhm der Reihe zeigt.
Spiel 157 von 215 für Sony PlayStation
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