Space Harrier – boxart
MAMEArcade

Space Harrier

Rail shooter 1985 Sega ⏱ Mittel · ~3–10 Std. 🛡 PEGI 7
Space Harrier – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Space Harrier – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Yu Suzukis surreale Welt fliegender Mammuts und Drachen; ein Arcade-Spektakel der 1980er.

"Welcome to the Fantasy Zone. Get ready!" – dieser digitalisierte Eröffnungsspruch bedeutete, dass gleich eine bunte, surreale Welt voller fliegender Mammuts, steinerner Säulen und Drachen auf einen zurasen würde. Space Harrier von Sega aus dem Jahr 1985 war einer der Titel, die definierten, was Arcade-Spektakel Mitte der Achtziger bedeutete.

Das Spiel wurde von einem Team rund um Yu Suzuki entworfen, eine der einflussreichsten Figuren der Arcade-Ära. Space Harrier wurde durch die sogenannte "Taikan"-Cabinet-Version berühmt – ein luxuriöses Gehäuse, das sich je nach den Bewegungen des Spielers neigte und bewegte, sodass man jedes Ausweichmanöver körperlich erlebte. Das machte den Besuch der Spielhalle zu einem Erlebnis, das Heimkonsolen damals nicht bieten konnten.

Spielerisch handelt es sich um einen Rail-Shooter, der in die Tiefe des Bildschirms läuft. Man steuert eine mit einer Laserkanone bewaffnete Figur, die abwechselnd durch einen Pseudo-3D-Raum auf Gegner und Hindernisse zu rennt und fliegt. Die Pseudo-3D-Sprite-Skalierung – Objekte werden fließend größer, je näher sie kommen – erzeugte eine Illusion von Geschwindigkeit und Tiefe, die damals atemberaubend war. Reflexe sind alles: Dem Ausweichen vor Hindernissen und den Salven von Projektilen muss man in Sekundenbruchteilen begegnen.

Der kulturelle Fußabdruck von Space Harrier ist enorm. Die Fantasy Zone, in der das Spiel angesiedelt ist, verbindet Segas Spieluniversum über mehrere Titel hinweg, und der Hauptheld wurde zu einer der Ikonen der Marke. Die Musik von Hiro Kawaguchi gehört zu den einprägsamsten Arcade-Melodien überhaupt. Das Spiel erhielt eine Reihe von Portierungen und Fortsetzungen, unter anderem auf Systemen wie dem Sega 32X, und taucht bis heute in den unterschiedlichsten Kompilationen auf.

Space Harrier wird oft in einem Atemzug mit Suzukis anderen "Super Scaler"-Spielen wie Hang-On und After Burner genannt – Titeln, die Segas Hardware an ihre Grenzen trieben und eine Ära definierten, in der die Spielhalle technologisch dem Wohnzimmer weit voraus war. Auch nach Jahrzehnten behält Space Harrier einen hypnotischen, traumhaften Charme, der mit nichts anderem vergleichbar ist.

Warum spielen: Die surreale Fantasy Zone, eine überwältigende Illusion von Geschwindigkeit und Suzukis unsterbliches Spektakel – Space Harrier ist pure Arcade-Freude, die mit Anmut altert.

Spiel 45 von 258 für Arcade

Derselbe Titel woanders (2)

Das Arcade-Original setzte auf spezielle Sprite-Skalierungs-Hardware, die Landschaft und Gegner flüssig und mit hoher Geschwindigkeit größer und kleiner werden ließ — genau diese pseudo-3D-Illusion des schnellen Fluges war die Hauptattraktion des Spiels. Das Master System besitzt keine solche Skalierungsschaltung, weshalb die Umsetzung den Effekt vereinfachen musste: Objekte vergrößern sich sprunghafter, es erscheinen weniger Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm, und das Gesamttempo ist langsamer als in der Spielhalle. Farbpalette und Musik der 8-Bit-Maschine erreichen naturgemäß nicht die Qualität der Arcade-Platine. Für das reinste Geschwindigkeits- und Flüssigkeitsgefühl bleibt das Arcade-Original maßgeblich, das Master System bietet einen soliden, aber vereinfachten Heimersatz.