Road Rash – boxart
GBNintendo Game Boy

Road Rash

Závodní akce 1993 Electronic Arts Road Rash ⏱ Mittel · ~3–10 Std.
Road Rash – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Road Rash – Titelbildschirm
Titelbildschirm

EA bringt rohes Motorrad-Racing, bei dem man Gegner mit Fäusten und Kette vom Bike holt.

Road Rash brachte auf den Game Boy seine typische Mischung aus Motorradrennen und roher Straßenaktion, die die Reihe von Electronic Arts auf den Heimkonsolen berühmt gemacht hatte. Der Spieler rast über Straßen voller Verkehr und versucht, unter den Ersten ins Ziel zu kommen, muss dabei aber neben dem Fahren auch die anderen Fahrer im Auge behalten, die ihn während der Fahrt körperlich angreifen – mit Tritten, Faustschlägen oder einer Kette versucht der Spieler die Gegner auszuschalten, bevor diese dasselbe mit ihm tun. Die Strecke ist dabei alles andere als leer oder sicher, denn dichter Zivilverkehr und Polizeistreifen fügen jedem Rennen eine zusätzliche Risikoebene hinzu.

Diese Betonung von Nahkämpfen während der Fahrt machte Road Rash zu einem deutlich aggressiveren Erlebnis als klassische Rennspiele, und selbst auf dem kleinen Bildschirm des Game Boy gelang es, dieses Gefühl chaotischer, riskanter Fahrt zu bewahren. Der Spieler muss ständig zwischen dem Angriff auf Gegner und der eigenen sicheren Fahrweise abwägen, denn eine Kollision mit dem Zivilverkehr oder ein Sturz vom Motorrad kann wertvolle Sekunden und die Platzierung im Rennen kosten. Die grafische Umsetzung ist zurückhaltend, doch die Animationen von Kämpfen und Stürzen sind gut lesbar und verleihen dem Spiel die nötige Dynamik, sodass der Spieler auch auf dem kleinen Display genau erkennt, wann es Zeit zum Angriff und wann besser zum Ausweichen ist. Das Risiko einer Kollision mit Polizei oder Zivilfahrzeugen zwingt den Spieler zudem ständig, zwischen Aggressivität und Vorsicht abzuwägen.

Road Rash gehörte in den Neunzigerjahren zu den prägenden Vertretern des Genres, das Rennen mit Action kombinierte, und seine Umsetzung für den Game Boy zeigte, dass auch ein Handheld das gleiche rohe Gefühl von Straßenkämpfen bieten konnte wie weitaus leistungsfähigere Heimkonsolen. Gerade diese Kombination aus Geschwindigkeit und gewalttätiger Rivalität zwischen den Fahrern machte die Reihe berühmt, weshalb sie bis heute zu den denkwürdigsten Rennkonzepten der Neunzigerjahre zählt, auch wenn die damalige Handheld-Umsetzung zwangsläufig bescheidener ausfällt als spätere Teile auf leistungsfähigerer Hardware.

Spiel 110 von 147 für Nintendo Game Boy

Derselbe Titel woanders (2)

Das Original von 1991 für den SEGA Mega Drive lief mit klassischer 16-Bit-Grafik und Chiptune-Musik aus dem FM-Chip, vermittelte aber dennoch das Gefühl eines gefährlichen Straßenrennens, bei dem Fäuste und Schlagstöcke ebenso zählten wie Tempo. Die Fassung für das 3DO Interactive Multiplayer von 1994 nutzte das CD-Format voll aus: Der Soundtrack besteht aus echten Rocksongs als CD-Audio, die Zwischensequenzen setzen auf digitalisierte Schauspieler und Video, und Grafik sowie Streckenhintergründe sind spürbar detaillierter. Für die längeren Ladezeiten typischer CD-Konsolen bietet die 3DO-Version so ein atmosphärischeres, klanglich reicheres Erlebnis, weshalb sie oft zu den Höhepunkten der Serie gezählt wird.

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