Pole Position
Pole Position gehörte zu den ersten großen Arcade-Hits, die auch ihren Weg auf Heimcomputer fanden, und erreichte den Commodore 64 Mitte der 1980er Jahre als Umsetzung des legendären Automaten von Atari und Namco. Der Spieler sitzt hinter dem Steuer eines Formelwagens, und seine Aufgabe besteht zunächst darin, eine Qualifikationsrunde zu fahren, um überhaupt einen Platz auf dem Startgitter zu bekommen, und danach das eigentliche Rennen auf dem Fuji-Speedway-Kurs gegen computergesteuerte Gegner zu bestreiten. Die Steuerung ist einfach – Gas, Bremse und Lenkung nach links und rechts –, doch das Spiel verlangt präzises Ausweichen vor anderen Fahrzeugen und den Streckenbegrenzungen, denn jede Kollision bedeutet den Verlust kostbarer Sekunden und im schlimmeren Fall die Explosion des Wagens, gefolgt von einer kurzen Animation und dem Verlust wertvoller Zeit.
Die grafische Umsetzung auf dem C64 arbeitet mit der bekannten Ansicht von hinten auf den Wagen und einer flüssig dahinrasenden Strecke mit Werbetafeln an den Seiten, was für die damalige Zeit eine bemerkenswerte technische Leistung war, auch wenn die Umsetzung auf einem Achtbit-Computer die Geschmeidigkeit des Original-Automaten naturgemäß nicht ganz erreichen konnte. Musik und Motorengeräusche sind schlicht, aber funktional und verleihen dem Spiel ein Arcade-Tempo, dessen Ziel es vor allem war, das Gefühl der Spielhalle originalgetreu nachzuahmen, in die Spieler damals gingen, um für ein paar Münzen den echten Automaten zu spielen. Das Zeitlimit, das sich durch das Passieren von Kontrollpunkten verlängert, zwingt den Spieler dazu, ständig aufs Gas zu drücken und Risiken einzugehen, während Punkte für die Platzierung sowohl beim Start als auch im Ziel zu wiederholten Versuchen um ein besseres Ergebnis motivieren.
Pole Position half, das Rennspielgenre auf Heimcomputern zu popularisieren, und wurde zum Maßstab, an dem spätere Titel gemessen wurden, sei es bei der Ansicht von hinten auf den Wagen oder beim Prinzip der Qualifikation vor dem Rennen selbst. Heute wirkt das Spiel eher wie eine historische Angelegenheit – einfach, kurz und repetitiv –, doch für das Verständnis der Entwicklung des Rennspielgenres auf Achtbit-Maschinen hat es einen unersetzlichen Platz und bietet nach wie vor flotten, leicht verständlichen Spaß für ein paar Minuten, ideal für eine schnelle Partie ohne lange Einarbeitung.
Warum spielen: Wegen des flotten, leicht verständlichen Spaßes für ein paar Minuten und seines unersetzlichen Platzes in der Geschichte des Rennspielgenres lohnt sich eine kurze Partie auch heute noch.
Spiel 98 von 121 für Commodore 64
Derselbe Titel woanders (4)
Der Pole-Position-Arcade-Automat lief auf einer eigens von Atari entwickelten Grafikplatine und definierte, wie Rennspiele aus der Cockpit-Perspektive auszusehen hatten. Die Atari-800-Heimcomputer und die Atari-5200-Konsole teilten mit dem Automaten eine ähnliche Chip-Familie (GTIA und POKEY), weshalb ihre Umsetzungen zu den originalgetreueren Ports jener Zeit zählen – mit ähnlichem Geschwindigkeitsgefühl und Motorensound, wenn auch mit geringerer Streckenauflösung und einfacherer Hintergrundgrafik als in den Spielhallen. Die Unterschiede zwischen der 800- und der 5200-Version sind größtenteils kosmetisch, da beide auf derselben Hardware-Familie basieren. Wer Pole Position in Bestform erleben will, greift zum Automaten, für ein solides Heimerlebnis liefert jede Atari-Version ab.