Pole Position
Pole Position gehörte 1983 zu den meistbeachteten Ports überhaupt - Ataris berühmten Arcade-Rennautomaten auf eine bescheidene Heimkonsole zu bringen, erforderte ein gehöriges Maß an Einfallsreichtum. Der Spieler absolviert zunächst eine Qualifikationsrunde, deren Ergebnis über die Startposition auf dem Grid entscheidet, und rast dann über eine mit Werbetafeln gesäumte Strecke und weicht konkurrierenden Fahrzeugen aus, während die verbleibende Zeit herunterzählt. Wer zu spät auf die Strecke kommt oder zu oft zusammenstößt, riskiert, dass das Rennen vorzeitig beendet wird, was die Spieler zwang, trotz des Zeitdrucks vorsichtig zu fahren.
Die Steuerung ist reduziert auf das Schalten zwischen zwei Gängen, Gas geben und seitliches Lenken des Fahrzeugs, dennoch gelang es dem Spiel, ein Gefühl von Geschwindigkeit und Rennspannung zu vermitteln. Das schrittweise Durchfahren der Landschaft mit zunehmend engeren Kurven und steigendem Schwierigkeitsgrad hält den Spieler von den ersten Sekunden einer Runde bis zu ihrem Ende in Spannung. Die Grafik-Engine mit ihrer pseudo-dreidimensionalen Perspektive der in die Ferne verlaufenden Straße stellte auf dem Atari 2600 eine große technische Herausforderung dar, und die entstandene Version musste im Vergleich zur Arcade-Vorlage spürbar bei Detailgrad, Farbenpracht und Bewegungsflüssigkeit Abstriche machen, schaffte es aber dennoch, die zentralen Spielprinzipien und die wiedererkennbare Atmosphäre der Rennstrecke zu bewahren, einschließlich des einfachen Motorengeräuschs und des Piepens bei einer Kollision.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war es einer der meistverkauften Titel für die Konsole, und für viele Spieler war es die erste Begegnung mit jenem Spielstil, der die Spielhallen zu jener Zeit weltweit berühmt gemacht hatte. Pole Position half dabei, das Genre der Rennspiele mit Cockpit-Perspektive zu etablieren, und sein Einfluss zeigt sich in einer Reihe späterer Titel, die sowohl die Qualifikationsrunde als auch das Prinzip des Ausweichens vor langsameren Fahrzeugen übernahmen. Heute wirkt die Steuerung hölzern und die Grafik sehr spärlich, aber als historisches Artefakt, das den Versuch dokumentiert, das Arcade-Erlebnis nach Hause zu bringen, verdient es weiterhin Respekt und bleibt ein interessanter Vergleichspunkt zur originalen Arcade-Version.
Warum spielen: Für Fans von Arcade-Rennspielen ist Pole Position ein wichtiger historischer Meilenstein, der das Genre der Rennspiele mit Cockpit-Perspektive etablierte, auch wenn die Steuerung heute hölzern wirkt.
Spiel 55 von 69 für Atari 2600
Derselbe Titel woanders (4)
Der Pole-Position-Arcade-Automat lief auf einer eigens von Atari entwickelten Grafikplatine und definierte, wie Rennspiele aus der Cockpit-Perspektive auszusehen hatten. Die Atari-800-Heimcomputer und die Atari-5200-Konsole teilten mit dem Automaten eine ähnliche Chip-Familie (GTIA und POKEY), weshalb ihre Umsetzungen zu den originalgetreueren Ports jener Zeit zählen – mit ähnlichem Geschwindigkeitsgefühl und Motorensound, wenn auch mit geringerer Streckenauflösung und einfacherer Hintergrundgrafik als in den Spielhallen. Die Unterschiede zwischen der 800- und der 5200-Version sind größtenteils kosmetisch, da beide auf derselben Hardware-Familie basieren. Wer Pole Position in Bestform erleben will, greift zum Automaten, für ein solides Heimerlebnis liefert jede Atari-Version ab.