Shin Megami Tensei V
Shin Megami Tensei V ist ein düsteres, philosophisch geprägtes JRPG von Atlus, in dem ein Tokioter Student zum Nahobino wird, nachdem er sich mit einer mysteriösen Entität namens Aogami innerhalb einer postapokalyptischen Version Tokios namens Da'at verbindet, die nach einem katastrophalen Ereignis verwüstet und in eine sandige Ödnis voller Wolkenkratzerruinen verwandelt wurde. In dieser ausgedörrten Welt tobt ein Krieg zwischen Engeln und Dämonen um das Schicksal der Menschheit, und der Spieler muss als halbgöttlicher Nahobino eine Seite wählen und sich philosophischen Fragen über Ordnung, Chaos und den freien Willen des Menschen stellen, die für die Shin-Megami-Tensei-Reihe typisch sind.
Das Kampfsystem nutzt das klassische Press-Turn-System, bei dem das Ausnutzen einer elementaren Schwäche des Gegners einen zusätzlichen Bonuszug gewährt, während ein schlecht gezielter Angriff stattdessen einen Zug kostet, wodurch jeder Kampf zu einer riskanten taktischen Abwägung wird. Da dieselben Regeln auch für Gegner gelten, kann ein einziger Fehler das Ende der gesamten Gruppe innerhalb einer einzigen Runde bedeuten, und das Spiel bestraft Unaufmerksamkeit weit härter als die meisten modernen JRPGs. Ein zentrales Element der Serie bleibt das Verhandeln mit Dämonen direkt im Kampf, bei dem diese überredet werden können, sich auf die Seite des Spielers zu schlagen, um anschließend in der Cathedral of Shadows zu stärkeren Formen fusioniert zu werden; die Dämonen haben dabei einen eigenen Charakter und reagieren auf unbeholfene Antworten mit Spott oder Flucht mitsamt gestohlenem Geld.
Die offenere Weltstruktur im Vergleich zu früheren Teilen erlaubt eine freiere Erkundung weitläufiger Wüstenregionen voller versteckter Schätze und optionaler Bossgegner. Der Fortschritt verläuft dabei nicht linear: Der Spieler stößt auf deutlich stärkere Gegner, bevor er ihnen gewachsen ist, und muss entscheiden, ob er das Risiko eingeht oder später besser ausgerüstet zurückkehrt. Die visuell düstere, aber detaillierte Welt wird von der atmosphärischen Musik Ryota Kozukas begleitet, die schwere Ambient-Passagen mit rhythmischen Kampfmotiven abwechselt. Auf der Switch handelte es sich um eines der technisch ambitioniertesten Spiele von Atlus, wobei die Hardware der Flüssigkeit des Spiels mancherorts einen Tribut abverlangt, was der Atmosphäre des verlassenen, sonnenverbrannten Tokio jedoch keinen Abbruch tut. Dank fordernder Kämpfe, moralischer Mehrdeutigkeit und roher Themen richtet sich das Spiel klar an ältere und erfahrenere Spieler des JRPG-Genres.
Spiel 49 von 188 für Nintendo Switch
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