Paper Mario: The Origami King
Paper Mario: The Origami King schickt den Papier-Klempner in eine Welt, die jemand anderes zu falten begonnen hat. König Olly, der Herrscher des Origami, hat das Königreich übernommen, seine gefalteten Legionen haben die Bewohner verwandelt, und das Schloss von Prinzessin Peach ist von fünf riesigen Bändern umwickelt, die durchtrennt werden müssen. Begleitet wird man von Ollys Schwester Olivia, deren Begeisterung und Naivität einen Gegenpol zu den überraschend melancholischen Momenten der Geschichte bilden. Die Serie verabschiedet sich hier von der klassischen Knotenkarte und bietet halboffene Gebiete – eine Wüste, ein Meer mit Inseln, einen Wald und einen Bergpfad –, durch die man sich frei bewegt und versteckte Toads sowie Geheimnisse sucht.
Die größte Neuerung betrifft die Kämpfe. Gegner stehen auf einem kreisförmigen Feld, das in Ringe und Segmente unterteilt ist, und man hat mehrere Züge Zeit, sie so zu verschieben und zu drehen, dass sie sich in einer Reihe oder einem Quadrat aufreihen. Erst dann schlägt man zu – und eine korrekte Ausrichtung bedeutet deutlich mehr Schaden. Es ist ein Rätsel, das an einen Zauberwürfel erinnert, ergänzt um Zeitdruck. Bosskämpfe funktionieren umgekehrt: Man bewegt Mario über die Ringe zu einem Ziel in der Mitte und sucht einen Weg, der die richtigen Felder aktiviert. Dazu kommen riesige Papierhände für große Angriffe sowie zahlreiche Situationen, die außerhalb der Kämpfe durch das Zukleben von Papierlöchern gelöst werden.
Technisch ist das Spiel makellos: ein sauberes, farbenfrohes Bild, flüssiger Ablauf und viele kleine Animationsscherze, die aus der Papierwelt eine einzige große Tischszene machen. Der Soundtrack ist ungewöhnlich reichhaltig und mischt Jazz, Orchesterklänge und eingängige Kampfmelodien. Die Aufnahme war gut, mit Kritik daran, dass die Serie weiterhin auf ein klassisches Rollenspiel mit Stufenaufstieg und festen Partnern verzichtet. Wer aber akzeptiert, dass es sich eher um ein Adventure mit Rätseln handelt, bekommt eines der witzigsten geschriebenen Spiele auf der Switch – und ein Ende, das viele Spieler mit seiner Ernsthaftigkeit überraschte. Bemerkenswert ist auch, wie gut das Spiel in kurzen Sitzungen funktioniert: Jedes Gebiet hat seine eigene abgeschlossene Geschichte, sodass man nach einer halben Stunde ohne Orientierungsverlust dorthin zurückkehren kann, was es zu einem der angenehmsten Handheld-Spiele macht.
Spiel 57 von 188 für Nintendo Switch
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