Aztec Adventure
Aztec Adventure versetzt den Spieler in ein Labyrinth, das an einen uralten aztekischen Tempel erinnert, in dem der Held sich durch miteinander verbundene Räume voller Fallen, mythischer Gegner und verborgener Schätze bewegt. Grundlage des Gameplays ist das Werfen von Dolchen auf Gegner sowie das schrittweise Freischalten des Weges tiefer in den Tempel mithilfe gefundener Schlüssel, Schriftrollen und anderer Gegenstände, was das Spiel zu einem frühen Vertreter des Action-Adventure-Genres auf dem Master System macht, noch vor dem Erscheinen ausgefeilterer Titel ähnlicher Art einige Jahre später, als sich das Genre auf dem Master System deutlich weiterentwickelt hatte.
Mit seiner Struktur aus verbundenen Bildschirmen und der Betonung auf geduldiger Erkundung erinnert Aztec Adventure eher an ältere Arcade-Labyrinthspiele als an spätere, ausgefeiltere Titel wie Golden Axe Warrior, die einige Jahre später erschienen und eine weitaus größere Welt boten. Die Grafik beruht auf einfachen, aber gut lesbaren Steinkulissen voller Statuen, Inschriften, Falltüren und Fallen, und die Musik rundet die geheimnisvolle Atmosphäre eines längst vergessenen Ortes voller Gefahren und Rätsel ab, die es allmählich zu entschlüsseln gilt. Das Spiel bietet somit eher ein konzentriertes, kammerspielartiges Erlebnis, das auf vorsichtigem Vorankommen und dem Gedächtnis des Spielers beruht, als ein weitläufiges offenes Abenteuer mit zahlreichen Nebenwegen.
Als einer der ersten Versuche Segas im Genre des Action-Adventures auf einer 8-Bit-Konsole hat Aztec Adventure historischen Wert vor allem als Vorstufe zu ausgefeilteren Titeln, die später auf dem Master System folgten und dieselben Grundideen weiterentwickelten. Heute wirkt es eher als bescheideneres und geradlinigeres Erlebnis, doch für alle, die sich für die frühen Wurzeln des Genres auf dieser Plattform interessieren, bleibt es ein interessanter und ehrlich gemachter Halt in der Bibliothek der Konsole, den es kennenzulernen lohnt, und sei es nur als Ergänzung zu späteren, ambitionierteren Titeln ähnlicher Art, gegenüber denen der Fortschritt, den das Genre auf derselben Konsole in wenigen Jahren machte, umso deutlicher hervortritt.
Warum spielen: Für alle, die sich für die frühen Wurzeln von Action-Adventures auf dem Master System interessieren und diese bescheidenere, aber ehrlich gemachte Vorstufe späterer, ambitionierterer Titel zu schätzen wissen.
Spiel 43 von 67 für SEGA Master System