Black Belt
Black Belt ist eines der frühen Kampfspiele für das Master System, in dem der Spieler als Kampfkunstmeister eine Reihe von Gegnern durchkämpft, auf der Suche nach einem entführten geliebten Menschen, der von einer kriminellen Organisation unter der Führung eines heimtückischen Rivalen gefangen gehalten wird. Das Gameplay basiert auf einem einfachen, aber funktionalen Kampfsystem mit Schlägen, Tritten und Blocks, wobei die einzelnen Kämpfe auf separaten Bildschirmen gegen zunehmend stärkere und unterschiedlich bewaffnete Gegner stattfinden, von denen jeder eine etwas andere Taktik, einen anderen Abstand im Kampf und ein anderes Gespür für den richtigen Angriffsmoment verlangt.
Optisch wie akustisch entspricht das Spiel der frühen Phase der Konsole – die Grafik ist schlicht und die Figuren recht einfach gehalten, und dem Kampfsystem fehlt zudem die Tiefe und Vielfalt, die spätere, ausgefeiltere Prügelspiele mit größerem Bewegungsrepertoire und flüssigerer Animation von Bewegungen und Schlägen mitbrachten. Dennoch bewahrt sich Black Belt eine gewisse rohe Spielbarkeit, die auf dem richtigen Timing von Angriffen und Ausweichmanövern beruht, was für das damalige, an einfachere Arcade-Herausforderungen gewöhnte Publikum immer noch unterhaltsam, süchtig machend und gut geeignet für kurze Spielsitzungen zwischen anderen, anspruchsvolleren Titeln war, wenn ein paar Minuten reichten, um einen Kampf gegen einen schwierigeren Gegner zu wiederholen.
Als einer der ersten Vertreter des Kampfspiel-Genres auf dem Master System zeigt Black Belt eher die frühe, unausgereifte Phase eines Konzepts, das später andere Titel und andere Plattformen mit leistungsfähigerer Hardware und größerem Bewegungsrepertoire zur Perfektion brachten. Heute wirkt das Spiel vor allem als historische Kuriosität, die belegt, wie die Achtbit-Prügelspiele ihre Form erst suchten und mit ihr experimentierten, bevor einige Jahre später ausgefeiltere und vielfältigere Beispiele des Genres folgten – auch auf dem Master System selbst, das mit dem Aufkommen leistungsfähigerer Konsolen in diesem Genre seinen eigenen, bescheideneren Weg finden musste, was ihm schließlich mit den Jahren gelang, vor allem dank späterer Titel wie Golden Axe Warrior, mit denen es zu seiner eigenen, vollwertigen Identität fand.
Warum spielen: Für Interessierte an der Geschichte der Prügelspiele auf dem Master System, die sehen wollen, wie das Genre erst seine Form suchte, bevor Golden Axe Warrior es einige Jahre später perfektionierte.
Spiel 45 von 67 für SEGA Master System