Spellcaster
Spellcaster versetzt den Spieler in die Rolle eines jungen Zauberers, der sich aufmacht, seine von einem bösen Zauberer entführte Familie zu retten, und verbindet eine actionreiche Reise durch die Umgebung mit einem ausgefeilten Magiesystem, das auf dem Sammeln und Kombinieren von Zauberschriftrollen basiert. Statt einer gewöhnlichen Waffe kämpft der Held mit Zaubersprüchen, die er nach und nach erwirbt und je nach Situation durchdacht kombinieren muss – manche dienen dem Fernangriff, andere der Verteidigung gegen feindliche Geschosse oder dem Lösen von Hindernissen und Rätseln auf dem Weg zum nächsten Gebiet. Das Spiel legt damit mehr Gewicht auf die richtige Wahl, den Umgang mit dem Manavorrat und das Timing der Zaubersprüche als auf rohe Gewalt, was es von den meisten Actiontiteln jener Zeit auf der Konsole unterscheidet, in denen der Spieler meist nur ohne viel weiteres Nachdenken schoss oder mit dem Schwert zuschlug.
Die Schauplätze wechseln zwischen dunklen Burgen, Wäldern, Höhlen und Spukvillen und erzeugen zusammen mit stimmungsvoller, etwas geheimnisvoller Musik die Atmosphäre eines düsteren Märchens, in dem der Spieler ahnt, dass selbst eine kleine Unachtsamkeit das schnelle Ende der Reise bedeuten kann. Die grafische Umsetzung auf dem Master System wirkt funktional, übersichtlich und mit Gespür für Umgebungsdetails, auch wenn das Spiel zu den schwierigeren und weniger nachsichtigen Titeln seiner Zeit zählt, der vom Spieler sorgfältiges Ressourcenmanagement und gute Kenntnisse darüber verlangt, welcher Zauber zu welchem Gegner passt. Der Fortschritt zwischen den einzelnen Gebieten erfordert zudem oft die Rückkehr an bereits besuchte Orte mit einer neu erworbenen Fähigkeit.
Spellcaster wurde nie ein massentaugliches Spiel, hält sich aber unter Master-System-Fans den Ruf eines originellen und einfallsreichen Stücks, das dank seines unkonventionellen Kampfansatzes mit Magie statt dem klassischen Schwert oder der Feuerwaffe eine Entdeckung wert ist. Heute schätzen Spieler vor allem die dichte Atmosphäre und die Notwendigkeit, mit begrenzten Zaubervorräten zu taktieren, auch wenn die höhere Schwierigkeit und unklare Hinweise für weniger geduldige Spieler ein spürbares Hindernis sein können. Dennoch ist es ein Titel, der beweist, dass sich auch auf bescheidener Achtbit-Hardware ein unkonventionelles Kampfsystem aufbauen ließ.
Warum spielen: Für Spieler, die ein unkonventionelles, auf Zaubersprüchen statt einem Schwert basierendes Kampfsystem suchen und für eine dichte Atmosphäre eine höhere Schwierigkeit und unklare Hinweise in Kauf nehmen.
Spiel 49 von 67 für SEGA Master System