Micro Machines – boxart
GBNintendo Game Boy

Micro Machines

Závodní 1993 Codemasters ⏱ Mittel · ~3–10 Std. ⭐ Must-play
Micro Machines – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Micro Machines – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Codemasters schickt Miniaturrennen auf den Küchentisch, den Billardtisch und in die Badewanne.

Micro Machines brachte die originelle Idee des britischen Studios Codemasters auf den Game Boy – Rennen von Miniaturspielzeugautos auf ungewöhnlichen, vergrößerten Schauplätzen des ganz normalen Haushalts. Die Strecken führen über den Küchentisch zwischen Tassen und Besteck, durch Gartenbeete, über einen Billardtisch oder eine Badewanne, und die Draufsicht bietet dadurch immer wieder neue, überraschende Umgebungen, obwohl es im Grunde um klassisches Zeitrennen gegen Gegner geht. Gerade diese Vielfalt der Schauplätze war einer der Hauptgründe, warum sich das Spiel auch nach vielen gefahrenen Strecken stets frisch anfühlte.

Die Steuerung ist bewusst einfach gehalten, doch die Strecken sind voller enger Passagen, Sprünge und gefährlicher Hindernisse, sodass das Spiel eher Präzision und schnelle Reflexe verlangt als feine Steuerungsnuancen. Ein großer Reiz war damals der Mehrspielermodus über das Verbindungskabel, bei dem man gegen einen Freund auf einem geteilten Bildschirmausschnitt antreten konnte – wer aus dem Kamerabild zurückfiel, verlor die Runde, was den scheinbar simplen Rennen eine überraschend spannende Dynamik verlieh. Auf dem kleinen Display des Game Boy funktionierte das erstaunlich gut, und das Spiel behielt dadurch auch nach vielen gefahrenen Rennen ein frisches Tempo. Soundeffekte und Musik ergänzten die verspielte Atmosphäre, die zu den Miniaturfahrzeugen und ihrer riesenhaften Umgebung gut passte.

Micro Machines gehörte bei seiner Veröffentlichung zu den von der Kritik geschätzten Titeln und half, den Ruf von Codemasters als Studio mit einem Gespür für einfallsreiches, zugängliches Renndesign zu festigen. Die Kombination aus originellen Schauplätzen, übersichtlicher Grafik und einem eingängigen Mehrspielermodus machte es zu einem der beliebteren Rennspiele der Plattform. Auch mit einigem zeitlichen Abstand funktioniert das Spiel dank seiner zeitlosen Idee der Miniaturrennen erstaunlich gut und gehört zu den Titeln, die auch für heutige Spieler auf der Suche nach leichter, aber ehrlich gemachter Unterhaltung einen Blick wert sind.

Spiel 107 von 147 für Nintendo Game Boy

Derselbe Titel woanders (3)

Micro Machines erschien für das Nintendo NES ohne Nintendos Lizenz – Publisher Codemasters umging den Sperrchip der Konsole mit einer eigenen Lösung, damals eine Seltenheit. Trotzdem bot das Spiel flottes Split-Screen-Rennen für mehrere Spieler und eine originelle Draufsicht auf Strecken zwischen alltäglichen Haushaltsgegenständen. Die spätere Super-Nintendo-Version profitiert von leistungsfähigerer Hardware: buntere Farben, flüssigeres Scrolling und dank besserem Chip volleren Klang, während das Kern-Gameplay dem Original treu bleibt. Wer die hübscheste Version will, greift zum SNES; die NES-Fassung bleibt eher eine historische Kuriosität ohne Nintendos Segen.