Defender of the Crown – boxart
C64Commodore 64

Defender of the Crown

Strategy 1987 / 1986 MicroProse / Cinemaware ⏱ Lang · ca. 12–25 h
Defender of the Crown – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Defender of the Crown – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Strategie/Adventure mit Atmosphäre; ein Sid-Meier-Klassiker.

Das mittelalterliche England, zerrissen vom Chaos, eine Krone ohne Herrn und man selbst als sächsischer Adliger, der danach strebt, das Land unter seiner Herrschaft zu vereinen. Defender of the Crown auf dem Commodore 64 zieht einen mit seiner filmischen Präsentation und dem Versprechen in seinen Bann, aus dem Spiel eine eigene Rittersaga zu machen.

Spielerisch handelt es sich um eine Mischung aus Strategie und Action-Minisequenzen. Auf der Karte erweitert man Gebiete, sammelt Steuern, heuert Truppen an und schließt Bündnisse, während angespannte Momente von Kämpfen entschieden werden: Turniere im Lanzenstechen, Belagerungen von Burgen mit Katapulten oder Schwertkämpfe. Dieser Wechsel zwischen Planung und direkter Action verlieh dem Spiel eine Dynamik, die den rein rundenbasierten Strategien jener Zeit oft fehlte.

Das Spiel entstand im Studio Cinemaware, das sich zum Ziel gesetzt hatte, Videospiele dem Film anzunähern. Defender of the Crown war ihr Pioniertitel, und die Betonung effektvoller Bildschirme, dramatischer Situationen und des „interaktiven Films" war für seine Zeit bemerkenswert. Die Version für den leistungsfähigeren Amiga wurde für ihre visuelle Pracht berühmt, aber auch die Konvertierungen auf Achtbit-Computer wie den C64 übertrugen die Ambition und Atmosphäre der ursprünglichen Vision.

Kulturell reihte sich das Spiel unter die Titel ein, die zeigten, dass Videospiele ähnlich wie ein Film erzählen und eine Stimmung hervorrufen können. Das romantische Bild des Mittelalters, die ritterlichen Tugenden und der Kampf um den Thron fanden Anklang bei der damaligen Faszination für historische Großfilme.

Defender of the Crown wurde zu einer der bekanntesten Marken von Cinemaware und erhielt in den folgenden Jahren auch Remakes und Portierungen auf neuere Plattformen. Für viele Spieler war es der erste Kontakt mit dem Gedanken, dass Strategie und Geschichte mit einem visuellen Schauspiel Hand in Hand gehen können.

Warum spielen: Für eine filmisch angehauchte Strategie über die Vereinigung Englands, in der sich Planung mit Turnieren, Belagerungen und Kämpfen um die Krone abwechselt.

Spiel 26 von 121 für Commodore 64

Derselbe Titel woanders (1)

Defender of the Crown wurde vor allem durch die Commodore-Amiga-Version von 1986 berühmt — gemalte Bildschirme von Burgen, Turnieren und Duellen zeigten damals eindrucksvoll, was 16-Bit-Grafikhardware leisten konnte, und machten das Spiel zum Aushängeschild von Cinemawares Idee des „interaktiven Films". Umsetzungen auf 8-Bit-Rechner wie den Commodore 64 mussten zwangsläufig bei Farben, Auflösung und Animationsflüssigkeit Abstriche machen, die Bildschirme wirken einfacher und weniger detailliert, auch wenn das Kernspiel — Duelle, Turniere, Burgeroberungen — erhalten blieb. Wer den Titel in der Form erleben will, die damals beeindruckte, sollte zur 16-Bit-Amiga-Version greifen, die 8-Bit-Umsetzungen sind eher ein bescheidenes Echo desselben Spiels.