Defender of the Crown – boxart
STAtari ST

Defender of the Crown

Strategie 1987 Cinemaware ⏱ Kurz · bis ~3 Std.
Defender of the Crown – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Defender of the Crown – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Mittelalterliches England, Turniere und Burgeroberungen; ein Cinemaware-Klassiker mit filmischem Flair.

Defender of the Crown versetzt den Spieler in ein mittelalterliches England, das unter rivalisierenden Adelsgeschlechtern aufgeteilt ist, und bietet eine Mischung aus Strategie, Turnieren und Action-Minispielen. Als Anführer eines der Häuser besteht das Ziel darin, nach und nach möglichst viel Territorium zu kontrollieren - mithilfe von Diplomatie, Feldzügen, Burgbelagerungen und der Entführung adliger Damen, um die sich eine Nebenhandlung entspinnt. Die strategische Karte Englands zeigt das Kräfteverhältnis der einzelnen Fraktionen, und der Spieler entscheidet, wohin er seine Truppen lenkt und mit wem er Bündnisse schließt, wobei die Wahl einer von vier spielbaren Adelsfamilien jeder Partie einen leicht anderen Ausgangspunkt verleiht.

Das Spiel des Studios Cinemaware unterschied sich von anderen Strategiespielen durch seinen Schwerpunkt auf filmische Präsentation - zwischen den Runden auf der Karte laufen animierte Sequenzen für Turnierkämpfe, Schwertduelle oder Burgbelagerungen ab, die jeweils als eigenständiges Action-Minispiel funktionieren. Auf dem Atari ST profitierte das Spiel von einer bunteren und detailreicheren Grafik, als Achtbit-Plattformen bieten konnten, wodurch sich die ritterliche Ästhetik, auf der Cinemaware seinen Ruf aufbaute, originalgetreuer umsetzen ließ. Katapultangriffe auf Burgmauern, Lanzenduelle und Bogenschützen-Gefechte wirkten auf dem ST farbenfroher und flüssiger als in den älteren Achtbit-Versionen, begleitet von zeittypischer Musik, die das ritterliche Thema unterstrich.

Defender of the Crown wurde gerade wegen der Verbindung von strategischer Ebene mit eindrucksvollen animierten Szenen zu einem der prägendsten Titel der Mitte der Achtzigerjahre und diente jahrelang als Vorführbeispiel dafür, wozu Heimcomputer grafisch imstande waren. Das Konzept des Wechsels zwischen strategischer Karte und Action-Sequenzen beeinflusste weitere Cinemaware-Spiele sowie spätere Strategietitel mit filmischer Präsentation. Heute wirkt das Spiel eher als historisches Artefakt und Vorführbeispiel des zeitgenössischen künstlerischen Stils denn durch die Tiefe seiner strategischen Ebene, die im Vergleich zu späteren Spielen recht einfach ausfällt.

Warum spielen: Für Fans zeitgenössischer Strategiespiele, die eher die visuelle und atmosphärische Umsetzung schätzen als die Tiefe der strategischen Ebene, die im Vergleich zu späteren Spielen einfach ausfällt.

Spiel 50 von 72 für Atari ST

Derselbe Titel woanders (1)

Defender of the Crown wurde vor allem durch die Commodore-Amiga-Version von 1986 berühmt — gemalte Bildschirme von Burgen, Turnieren und Duellen zeigten damals eindrucksvoll, was 16-Bit-Grafikhardware leisten konnte, und machten das Spiel zum Aushängeschild von Cinemawares Idee des „interaktiven Films". Umsetzungen auf 8-Bit-Rechner wie den Commodore 64 mussten zwangsläufig bei Farben, Auflösung und Animationsflüssigkeit Abstriche machen, die Bildschirme wirken einfacher und weniger detailliert, auch wenn das Kernspiel — Duelle, Turniere, Burgeroberungen — erhalten blieb. Wer den Titel in der Form erleben will, die damals beeindruckte, sollte zur 16-Bit-Amiga-Version greifen, die 8-Bit-Umsetzungen sind eher ein bescheidenes Echo desselben Spiels.