Dig Dug
Dig Dug brachte das beliebte japanische Konzept des Sich-durch-den-Untergrund-Grabens auf den Atari 800, bei dem der Spieler in der Rolle eines Bergarbeiters Tunnel durch Erdschichten treibt und zwei seltsame Kreaturen jagt, die haiartige Pooka und die drachenartige Fygar. Zur Beseitigung der Gegner dient ein spezieller Aufblasschlauch, den der Spieler in den Gegner sticht und durch wiederholtes Drücken der Taste aufbläst, bis er platzt; alternativ lässt sich ein Gegner auch mit einem herabfallenden Stein zerquetschen, der durch Untergraben gelöst wird. Fygar kann zudem in begrenzter Reichweite Feuer speien, weshalb der Kampf gegen sie einen anderen Ansatz erfordert als gegen Pooka.
Die Spielfläche füllt sich mit jedem weiteren Level erneut mit Erde, sodass der Spieler sich jedes Mal seine eigenen Wege graben muss, was das Spiel zu einer Kombination aus Action und räumlicher Planung macht. Die Atari-Version versuchte, mit der Farbigkeit und Flüssigkeit der Arcade-Vorlage Schritt zu halten, auch wenn die 8-Bit-Hardware kleine Kompromisse beim Grafikdetail erzwang. Im Spielverlauf nehmen sowohl die Anzahl der Gegner auf dem Bildschirm als auch deren Aggressivität zu, sodass sich das Tempo des Spiels mit steigendem Level merklich erhöht.
Mitte der Achtzigerjahre gehörte Dig Dug zum Standardrepertoire an Arcade-Umsetzungen, die sich Besitzer von Atari-Computern neben den eigenen exklusiven Titeln der Plattform zulegten, und sein einfaches, aber einfallsreiches Prinzip der Gegnervernichtung durch Aufblasen wurde zu einem der wiedererkennbaren Symbole der frühen Arcade-Ära. Es wird bis heute dafür geschätzt, wie elegant es Graben, Flucht und Offensive zu einem übersichtlichen Ganzen verbindet, und bietet auch nach all den Jahren ein klares, befriedigendes Spielerlebnis. Einen besonderen Reiz hat auch der visuelle Kontrast zwischen dem ruhigen blauen Himmel über der Erde und den dunklen Farbtönen der unterirdischen Gänge, der den Unterschied zwischen der Sicherheit der Oberfläche und dem Risiko, das den Spieler jedes Mal erwartet, wenn er sich für weitere Punkte und eine neue Gegnerwelle erneut tiefer in die Erde vorwagt, gut unterstreicht, wobei genau dieser Kontrast bis heute zu den einprägsamsten Elementen des gesamten Spiels zählt.
Warum spielen: Wer ein klares, befriedigendes Arcade-Spiel sucht, das auf einer einzigen Idee aufbaut, wird schätzen, wie elegant Dig Dug Graben, Flucht und Angriff zu einem übersichtlichen Ganzen verbindet.
Spiel 104 von 124 für Atari 800 / 8-bit
Derselbe Titel woanders (4)
Der Arcade-Automat setzte bei Dig Dug und seinen Gegnern auf kräftige, satte Farben und flüssige Animation, was Heimumsetzungen nur schwer nachbilden konnten. Das Atari 2600 musste aufgrund schwächerer Hardware auf vereinfachte Grafik, eine engere Farbpalette und kantigere Animationen zurückgreifen, sodass Tempo und Gefühl beim Graben spürbar steifer wirken als in den Spielhallen. Das Atari 5200 besaß leistungsfähigere Chips als das 2600, weshalb seine Version farbenfroher und flüssiger wirkte und näher ans Arcade-Original heranreichte. Wer das originalgetreueste Erlebnis sucht, sollte zur Arcade-Version greifen, während das Atari 5200 gegenüber dem älteren 2600 die solidere Heimalternative darstellt.