Gauntlet Legends
Gauntlet Legends baut auf der berühmten Arcade-Reihe aus der Mitte der 80er auf und überträgt ihr Rezept – bis zu vier Spieler gleichzeitig, ein Quartett heldenhafter Archetypen (Krieger, Zauberin, Elf und Zwerg) sowie Labyrinthe voller Monster, die aus Generatoren strömen – in eine vollständig 3D-Form. Gegenüber den ursprünglichen Teilen kommt ein übersichtliches System von Erfahrungsstufen hinzu, das den Spieler zwischen einzelnen Besuchen automatisch weiterbringt und neue Waffen sowie Zaubersprüche freischaltet, sodass das Spiel wie eine Art Arcade-Version der schrittweisen Charakterentwicklung funktioniert, bei der der Fortschritt auch nach der letzten eingeworfenen Münze und dem Ende der Spielsitzung am Automaten nicht verloren geht.
Als Arcade-Automat war Legends darauf ausgelegt, die Spieler zum Münzeinwurf zu animieren, und das Tempo folgt dieser Logik: Die Figur verliert mit fortschreitender Zeit gleichmäßig Lebenspunkte, und die einzige Möglichkeit zu überleben besteht darin, unterwegs Nahrung und Schätze zu sammeln oder für ein Weiterspielen zu bezahlen. Die Labyrinthe sind voller geheimer Gänge, Teleporter und Monstergeneratoren, die zerstört werden müssen, bevor sie den ganzen Raum überfluten, und die Orientierung im dreidimensionalen Raum war gegenüber den zweidimensionalen Vorgängern eine Neuheit, an die sich die Spieler erst gewöhnen mussten. Die Zusammenarbeit von bis zu vier Spielern an einem Automaten mit Figuren unterschiedlicher Fähigkeiten – wobei der Elf schnell aus der Ferne schießt und der Zwerg die stärksten Nahkampfangriffe hat – machte Legends zu einem der letzten wirklich sozialen Arcade-Erlebnisse, bevor die Heimkonsolen zum Hauptziel der Entwickler wurden und die Spielhalle voller fremder Mitspieler dem Spielen von der Couch aus zu weichen begann. Die Klangkulisse mit der Stimme eines Erzählers, der fortlaufend eingesammelte Gegenstände und nahende Gefahren kommentiert, wurde zu einem der Erkennungsmerkmale der gesamten Reihe, und Legends führte sie genau in der Form ein, an die sich spätere Heimversionen ebenfalls erinnern ließen.
Warum spielen: Die Arcade-Fassung ist die ursprüngliche, an der sich die Philosophie des münzfinanzierten Überlebens und der Vier-Spieler-Kooperation, wie sie Atari Games entworfen hat, am besten ablesen lässt, bevor die Reihe auf Heimkonsolen wechselte und sich Tempo wie Motivation des gesamten Spiels dadurch veränderten.
Spiel 182 von 258 für Arcade