Powermonger – boxart
AmigaCommodore Amiga

Powermonger

Strategie 1990 Bullfrog Productions ⏱ Lang · ~10–30 Std.
Powermonger – Aus dem Spiel
Aus dem Spiel
Powermonger – Titelbildschirm
Titelbildschirm

Nachfolger von Populous ohne göttliche Kräfte; Befehl über Truppen und Vereinigung zersplitterter Dörfer.

Powermonger knüpft an den Erfolg von Populous an, verlässt jedoch die Rolle der Gottheit und versetzt den Spieler in die Position eines irdischen Befehlshabers, der in einer zersplitterten, quasi-mittelalterlichen Welt versucht, zerstückelte Dörfer unter seiner Herrschaft zu vereinen. Anstatt direkt Zauber zu wirken, befehligt der Spieler hier Soldatentruppen, verhandelt mit lokalen Anführern, baut Versorgungslinien auf und überlegt, wie er mit begrenzten Kräften schrittweise die gesamte, in Hunderte kleine Territorien unterteilte Karte erobern kann, wobei Dörfer auch auf friedlichem Weg durch Geschenke und Verhandlungen gewonnen werden können.

Das Spiel legt Wert auf Logistik und Planung, denn Einheiten brauchen Nahrung und Waffen, die aus der umliegenden Landschaft oder eroberten Dörfern beschafft werden müssen, und wechselhaftes Wetter sowie die Jahreszeiten beeinflussen sowohl die Verfügbarkeit von Ressourcen als auch die Begehbarkeit des Geländes. Auf dem Amiga bot Powermonger eine ähnlich flüssige isometrische Darstellung wie Populous, nur mit deutlich mehr Einheiten und Objekten gleichzeitig auf dem Bildschirm, was für die damalige Hardware eine ordentliche Leistungsanforderung darstellte, weshalb das Spiel mehr Speicher benötigte als sein Vorgänger und bei schwächeren Systemen bei großen Schlachten leicht ins Stocken geraten konnte. Die Kampagne verzweigt die einzelnen Missionen zudem je nachdem, wie sich der Spieler schlägt, sodass der endgültige Verlauf des Feldzugs bei jedem Spieler anders ausfällt.

Die Atmosphäre wird durch eine schlichte, aber funktionale Klangkulisse und das Gefühl ständigen Drucks der Umstände abgerundet, wobei man zwischen offensiver Expansion und der Nachhaltigkeit der eigenen Armee inmitten wechselnder Jahreszeiten balancieren muss. Powermonger wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für seinen ambitionierten Umfang und die Simulationstiefe geschätzt, auch wenn sein etwas langsameres Tempo und die steilere Lernkurve es eher zu einem Spiel für geduldigere Strategen machen. Heute wird es als interessanter, weniger bekannter Geschwisterteil von Populous wahrgenommen, der zeigt, wie Bullfrog mit der eigenen Spielformel zu experimentieren und sie in neue Richtungen zu erweitern wusste, selbst auf Kosten eines Teils des Tempos und der Übersichtlichkeit, die Populous berühmt gemacht haben.

Warum spielen: Für geduldigere Strategen, die sich nach einer tieferen Simulation sehnen, bietet Powermonger einen ambitionierten Umfang und eine interessante Erweiterung der Populous-Formel, selbst auf Kosten eines langsameren Tempos und einer steileren Lernkurve.

Spiel 105 von 121 für Commodore Amiga

Derselbe Titel woanders (2)