Stunt Car Racer
Stunt Car Racer ist einer der technisch am meisten bewunderten Titel auf dem ZX Spectrum, aufgebaut auf vollständig gefüllter 3D-Grafik, die in Echtzeit gerendert wird, auf Strecken, die hoch über dem Boden ohne Geländer schweben. Der Spieler tritt gegen einen Gegner auf einer Strecke voller Sprünge, scharfer überhöhter Kurven und Lücken an, wo eine einzige Fehleinschätzung einen Sturz und ein zerstörtes Auto bedeutet, nach dem man auf die Reparatur und den Start des nächsten Duells warten muss.
Die Fahrzeugphysik ist für ihre Zeit ungewöhnlich ausgefeilt, Neigungen und Sprünge reagieren auf Geschwindigkeit und Anfahrwinkel, was aus jeder Fahrt ein spannendes Duell mit der eigenen Kühnheit ebenso wie mit dem Gegner macht, dessen beschädigtes Auto direkt auf der Strecke neben dem eigenen zu sehen ist, und eine Kollision beider Fahrzeuge kann über den Ausgang des Duells ebenso entscheiden wie eine sauber gefahrene Runde. Das Spiel bietet ein Ligasystem, bei dem sich der Spieler nach und nach durch höhere Divisionen kämpft und sich aus dem Preisgeld für Siege ein verbessertes Auto zusammenstellt, was ihm genug Ausdauer für wiederholtes Spielen und langfristige Verbesserung verleiht, denn in jeder höheren Division warten schwierigere Strecken und schnellere Gegner. Klanglich ist der Titel karg, doch das technische Können, mit dem das Spectrum eine vollständige 3D-Umgebung flüssig und ohne unnötige Verlangsamung darzustellen vermag, war 1989 absolut außergewöhnlich und überraschte damals viele Spieler und Rezensenten mit seiner technischen Reife.
Stunt Car Racer wurde bei seiner Veröffentlichung von Kritik und Spielern gleichermaßen als einer der Höhepunkte des Achtbit-Rennspielgenres aufgenommen und wird bis heute oft unter den besten Spielen auf dem Spectrum überhaupt genannt, häufig neben anderen technisch herausragenden Titeln desselben damaligen Herausgebers. Sein spannendes Gefühl von Risiko und Belohnung für eine präzise Fahrt hält auch heute noch stand, und das Spiel gilt zu Recht als Pflichterfahrung für jeden Fan von Retro-Rennspielen sowie für jeden, der sich für die technischen Grenzen von Achtbit-Computern interessiert, und der Name seines Schöpfers erwarb sich unter den damaligen Spectrum-Spielern den Ruf einer Qualitätsgarantie.
Warum spielen: Für jeden Fan von Retro-Rennspielen und der technischen Grenzen von Achtbit-Computern – das spannende Gefühl von Risiko und Belohnung für eine präzise Fahrt hält auch heute noch stand und reiht das Spiel unter die Höhepunkte des Genres auf dem Spectrum ein.
Spiel 84 von 100 für ZX Spectrum
Derselbe Titel woanders (3)
Stunt Car Racer erschien praktisch gleichzeitig für Commodore Amiga und Atari ST, und der Unterschied macht sich vor allem in der Flüssigkeit bemerkbar: Dank ihres Blitters füllt die Amiga die Streckendreiecke schneller, wodurch Sprünge durch die Luft und der Aufprall auf die Stahlkonstruktion geschmeidiger wirken, während die Atari-ST-Fassung eher ruckelig und langsamer läuft, weil ihr schwächeres Grafiksystem weniger Bilder pro Sekunde schafft. Musik und Aufprallgeräusche ähneln sich auf beiden Rechnern, doch wegen dieser Flüssigkeit gilt die Amiga-Version allgemein als jene, die heutige Spieler am meisten genießen, wenn sie das Rampenrennen in seiner besten Form erleben wollen.