Daley Thompson's Supertest
Daley Thompson's Supertest knüpfte an das erfolgreiche Decathlon an und erweiterte das Konzept des sportlichen Mehrkampf-Spiels um eine noch breitere Palette an Disziplinen, vom klassischen Lauf und Weitsprung über Rudern bis hin zu ungewöhnlichen Kraft- und Geschicklichkeitsproben. Das Spiel war als Wettkampf für bis zu vier Spieler konzipiert, die sich in den einzelnen Runden an Tastatur oder Joystick abwechselten, was es zu einer beliebten Beschäftigung auf Partys und in Schulpausen machte, bei der es vor allem darum ging, wer als Letzter noch stand und den Controller nicht zerstörte.
Die Steuerung der meisten Disziplinen beruhte auf schnellem, abwechselndem Tastenhämmern oder rhythmischem Joystick-Wackeln – eine Mitte der Achtzigerjahre typische, wenn auch körperlich anstrengende Art der Steuerung von Sportspielen, die an einem einzigen Nachmittag ein Handgelenk gründlich ermüden und so manchen weniger robusten Joystick beschädigen konnte. Die Grafik blieb einfach, aber funktional, mit klar erkennbaren Sportlerfiguren, und das Spiel legte den Schwerpunkt vor allem auf den Wettbewerb zwischen den Spielern an einem Computer statt auf das Spiel gegen den Computer oder die Tiefe der einzelnen Disziplinen, die so gestaltet waren, dass sie wirklich jeder gleich beim ersten Versuch verstehen und sich sofort am Wettstreit beteiligen konnte.
Supertest wurde als würdige Fortsetzung des populären Decathlon aufgenommen und für die Vielfalt der Disziplinen sowie den Mehrspieler-Spaß gelobt, auch wenn es dem Erfolg seines Vorgängers in den Augen der damaligen Spieler und Rezensenten nicht ganz gleichkam. Heute wirkt das Spiel wie ein typischer Vertreter des Button-Mashing-Sportgenres der Achtzigerjahre, doch als geselliger Mehrspielerspaß an einem einzigen Spectrum hat es sich seinen Charme bis heute bewahrt und erinnert an eine Zeit, in der sich eine ganze Freundesgruppe einen Joystick teilte und Wettbewerbsgeist wichtiger war als makellose Grafik oder die Tiefe einzelner Disziplinen, die die Spieler damals ohnehin nicht erwarteten.
Warum spielen: Für eine Gruppe Freunde an einem einzigen Spectrum, bei der Wettbewerbsgeist wichtiger ist als makellose Grafik – geselliger Spaß über verschiedene Disziplinen hinweg, der sich seinen Charme bis heute bewahrt hat.
Spiel 88 von 100 für ZX Spectrum