Klonoa
Klonoa ist ein Remake eines Plattformers, der ursprünglich auf der ersten PlayStation erschien und seitdem als eines der bestgestalteten Spiele seiner Art galt. Die Wii-Version zeichnete die ganze Welt dreidimensional und in leuchtenden Farben neu, behielt aber die ursprüngliche Struktur und das Tempo bei. Der Held mit den langen Ohren und der Mütze durchwandert die Traumwelt Phantomile, in der etwas Böses erwacht, und seine einzige Waffe ist ein Ring, der eine Luftkugel abfeuert.
Das gesamte Spiel baut auf einer einzigen Mechanik auf, die es bis zum letzten Tropfen ausschöpft. Klonoa trifft Gegner nicht und tritt sie nicht nieder, er bläst sie auf und hebt sie über den Kopf. Von dort kann er sie nach vorn werfen, in einen weiteren Gegner schleudern oder nach unten werfen und sich von ihnen für einen höheren Sprung abstoßen. Daraus entstehen Rätsel, denn Gegner hören auf, Hindernisse zu sein, und werden zu Werkzeugen. Der Schlüssel ist die sogenannte zweieinhalbdimensionale Bahn: Die Figur bewegt sich entlang einer klar vorgegebenen Linie, die sich aber durch den Raum windet, sodass der Spieler oft einen Gegner in die Tiefe des Bildschirms wirft oder ihn auf der anderen Seite der Arena auffängt. Das Leveldesign ist lehrbuchhaft sauber, jedes Level fügt eine neue Idee hinzu und zieht sich nie in die Länge.
Die Atmosphäre ist traumartig und ungewöhnlich zart, mit einer eigens erfundenen Sprache, in der die Figuren sprechen. Die Enden der Geschichte galten schon bei der ursprünglichen Version als überraschend stark und blieben im Remake unangetastet. Die Musik hält dieselbe Linie, verspielte Melodien mit einem Hauch Traurigkeit unter der Oberfläche. Die Kritiken zur Wii-Version fielen wohlwollend aus, vor allem weil sie einen schwer zu findenden Klassiker zugänglich machte, bemängelten aber die kurze Spielzeit und den niedrigen Schwierigkeitsgrad. Kommerziell war das Spiel nie so erfolgreich, wie es verdient hätte, und wiederholte damit lediglich das Schicksal des Originals. Wer präzise, liebevoll gestaltete Plattformer mag, sollte es ausprobieren. Auf der Wii ist es ein angenehm kurzes Spiel, das man an ein bis zwei Abenden durchspielen kann, und genau deshalb kehrt man immer wieder zu ihm zurück. Wer es durchspielt, macht sich meist auch auf die Suche nach der Fortsetzung, die einst auf einer Sony-Konsole erschien.
Spiel 21 von 140 für Nintendo Wii